Füchse berlin knallen die löwen weg und zünden cl-turbo

Die Max-Schmeling-Halle kocht. 35:28 – die Füchse schleudern die Rhein-Neckar Löwen aus der eigenen Halle, zwölf Minuten vor Schluss ist die Partie entschieden. Der Meister feiert den achten Pflichtsieg nacheinander, die letzte Niederlage datiert vom 11. Dezember. Die Konsequenz: Berlin rückt auf Rang vier und behält die Champions-League-Luft im Nacken – nur zwei Zähler trennen das Team von Platz zwei.

Hanning zieht die notbremse und sagt die wahrheit

Bob Hanning wartet nicht auf die Sonntagsreden. Im Halbzeit-Interview bei Dyn schiebt der Füchse-Boss die Latte hoch: „Wir haben gegen Lemgo und Hamburg Punkte liegen lassen – das darf dir nicht passieren, wenn du vorne mitmischen willst.“ Der 58-Jährige spricht vom „Schlüsselspiel“, meint aber das ganze restliche Jahr. Denn hinter Spitzenreiter Magdeburg liegen fünf Klubs in Schlagdistanz. Vier Minuspunkte Luft – nichts mehr in der Handball-Bundesliga.

Die Ohrfeige aus Kielce (31:33) nutzt Hanning als Zündschnur. „Vielleicht hat es genau das gebrauht“, sagt er und meint die körperliche Präsenz, die sein Team gegen die Polen vermissen ließ. Gegen die Löwen ist sie zurück – vor allem in Person von Tim Freihöfer. Der Linksaußen versenkt neun Treffer, schießt sich in beste EM-Form und lässt die Deckung der Gäste alt aussehen.

Machulla verliert zum ersten mal in berlin – und kassiert eine lehrstunde

Machulla verliert zum ersten mal in berlin – und kassiert eine lehrstunde

Maik Machulla kannte die Max-Schmeling-Halle als Sieger. Nicht mehr. Nach 16 Minuten liegt seine Mannschaft 5:9, die Auszeit wirkt wie ein Notruf. „Wir wollten Tempo, wir wollten aggressiv sein“, sagt er später und klingt wie ein Lehrer, dessen Klasse die Hausaufgaben verweigert hat. Die Löwen kommen zwar noch einmal heran, verkürzen auf 24:26, doch ein 6:0-Berliner Lauf zertrümmert alle Träume. Jannik Kohlbacher stemmt sich mit acht Treffern gegen die Niederlage – vergeblich.

Die Zahre sprechen eine klare Sprache: 35 Tore aus 52 Würfen – 67 Prozent Trefferquote. Berlin spielt wie entfesselt, zirkuliert den Ball mit Tempo, findet Lücken, wo keine sind. Die Abwehr um Torhüter Dejan Milosavljev wirft die Löwen aus dem Rhythmus, zwingt sie zu riskanten Würfen. Die Folge: sieben Ballverluste in der zweiten Hälfte, die Berlin gnadenlos bestraft.

Die Füchse haben die Scharte aus Flensburg (39:40) vergessen. Sie haben die EM-Pause überstanden, ohne an Biss zu verlieren. Und sie haben Hanning versprochen, dass die Champions League kein frommer Wunsch bleibt. Nächste Woche geht’s nach Gummersbach – ein weiteres Schlüsselspiel. Die Serie lebt. Und mit ihr der Traum von der Königsklasse.