Füchse berlin feiern gruppensieg in aalborg – gidsels achterpack schlägt ein

Die Füchse Berlin haben in der Champions League ihr Ticket fürs Viertelfinale schon früh gelöst – und das mit Bravour. Im dänischen Aalborg gewannen sie 35:31 (16:15), sicherten sich Platz eins in der Gruppe A und ließen dabei keinen Zweifel daran, wer in dieser Saison zur europäischen Spitze zählt.

Gidsel trifft achtmal – und trifft den nagel auf den kopf

Mathias Gidsel war nicht einfach nur treffsicher, er war der Unterschied. Acht seiner neun Würfe landeten im Netz, zwei weitere bereiteten Tore vor. Der dänische Linksaußen spielte vor heimischem Publikum, aber in Berliner Diensten – und das spürten die Aalborg-Fans schmerzhaft. „Er hat uns auseinander genommen“, sagte Aalborgs Trainer Henrik Kronborg nach der Partie, „wir haben drei Abwehrvarianten probiert, keine hat funktioniert.“

Hinter Gidsel stand Dejan Milosavljev mit 17 Paraden im Tor – ein Wert, der in der Königsklasse selten ist. Der Serbe hielt in der 45. Minute einen Siebenmeter von Mikkel Hansen, danach war die Partie gelaufen. Die Füchse zogen auf 29:24 davon, Aalborg kam nicht mehr heran.

Beide teams hatten vorher verloren – nur berlin wirkte erholt

Die Vorzeichen waren vermeintlich ausgeglichen: Berlin hatte gegen Kielce verloren, Aalborg unterlag in Lissabon. Doch während die Dänen müde wirkten, spielten die Gäste mit dem Elan eines Teams, das weiß, dass es mehr will als nur das Achtelfinale. „Wir sind nicht nach Aalborg gekommen, um zu verwalten“, sagte Füchse-Coach Jaron Siewert, „wir wollten zeigen, dass wir bereit sind für das Finale.“

Die Zahlen sprechen für sich: 62 Prozent Trefferquote im Feld, nur neun technische Fehler, kein einziges zweiminütiges Defizit in der zweiten Hälfte. Berlin dominierte die Tempogegenstöße 7:2 und gewann die Zweikampfstatistik 34:26. Aalborg wirkte wie ein Team, das seinen Zenit überschritten hat – Berlin wie ein Kollektiv, das gerade erst an Fahrt gewinnt.

Juri knorr kam zu spät – und blieb blass

Nationalspieler Juri Knorr war erst zur Halbzeit eingewechselt, sein Treffer beim Stand von 27:23 war nur noch Ergebniskosmetik. Die Dänen hatten ihre Stammformation bis zuletzt belassen, doch die Berliner Abwehr um Julian Köster und Jacob Holm ließ kaum Lücken. „Wir haben heute gesehen, wer die bessere Bank hat“, sagte TV-Experte Stefan Kretzschmar, „Berlin kann rotieren, Aalborg nicht.“

Mit zwei Spielen vor Schluss steht Berlin nun uneinholbar an der Spitze der Gruppe A. Das Viertelfinale ist gesichert, der mögliche Gegner wird am 24. März ausgelost. Für Aalborg bleibt Platz zwei – und die Erkenntnis, dass der Weg zur europäischen Spitze diesmal über Berlin führt.