Fuchs rettet newport vor dem absturz – sieg-serie jagt die angst weg

Christian Fuchs brennt. Der einstige Meister von Leicester City hat Newport County aus der roten Zone gezogen und die Amber Army wieder singen lassen. Nach dem 1:0 gegen Shrewsbury Town stehen die Waliser über dem Strich – und plötzlich glaubt jeder an das zweite „Great Escape“.

Von der letzten position ins rettende mittelfeld

Als Fuchs im November die Nachfolge von Graham Coughlan antrat, war Newport ein Wrack: 20. Liga, vier Punkte Luft nach unten, Stimmung im Keller. Sechs Spieltage später ist der Knoten geplatzt. Die Statistik seit seiner Amtsübernahme: drei Siege, zwei Remis, nur eine Niederlage – und 180 Minuten ohne Gegentor. Die Sieger-Mentalität, von der er spricht, ist kein Slogan mehr, sondern Datenlage.

„Wir haben gelernt, dass 0:0 nicht reicht“, sagt Fuchs nach dem Schlusspfiff. „Wir wollen die zweite Bälle, wir wollen die Zweikämpfe, wir wollen auch mal das Gesicht des Gegners sehen.“ Seine Spieler haben die Anweisung verstanden: 53 % Ballbesitz, 17 Torschüsse, 11 Fouls – die Zahlen wirken wie aus einem anderen Verein.

Rodney parade wird zur festung

Rodney parade wird zur festung

Die Amber Army feuerte 93 Minuten lang durch, 4.832 Zuschauer, lautstärkste Saisonzahlen. Fuchs nimmt das Mikro und dankt in perfektem Walisisch – ein Detail, das die Tribüne explodieren lässt. „Wenn die Mauer brüllt, tragen sie uns“, sagt Kapitän James Clarke. „Wir laufen füreinander, nicht mehr nur für die Punkte.“

Am Freitag kommt Crawley Town, Tabellennachbar und direkter Konkurrent. Ein Sieg würde den Vorsprung auf die rote Zone auf fünf Punkte erhöhen – bei noch fünf Partien. Klublegende Mike Flynn, der 2017 mit dem historischen 2:1 gegen Notts County die Rettung perfekt machte, rechnet vor: „Drei Siege, dann sind sie safe.“ Er weiß, wovon er spricht: Ohne diese Punkte hätte Newport 2017 den Weg ins Amateurlabyrinth antreten müssen – vier Jahre ohne Rückkehr, wie Hartlepool es vorlebte.

Der sohn kickt schon mit

Der sohn kickt schon mit

Flynn feierte damals mit Baby Eddie auf den Schultern. Heute trainiert der Junge im Nachwuchs von Newport – und schaut sich an, wie Papa als Berater im Stadion sitzt. „Der Kreis schließt sich“, sagt Flynn. „Wenn Christian das schafft, schreibt er die nächste Kapitel der Newport-Geschichte.“

Fuchs selbst scherzt nach dem Spiel: „Ich wollte nur meine Tochter zum Training bringen, jetzt bringe ich eine ganze Stadt zum Tanzen.“ Die Amber Army skandiert seinen Namen, die Spieler lassen sich feiern – und draußen vor dem Stadion verkaufen bereits Straßenhändler T-Shirts mit dem Aufdruck „Fuchsein – weil wir wieder nach oben schauen“.

Die Rechnung ist einfach: Gewinnt Newport am Freitag, ist die Luft dick vor Play-off-Träumen. Verliert die Mannschaft, wird die Angst zurückkehren. Doch Moment mal – diese Mannschaft hat Angst längst abgelegt. Die Zahl, die bleibt: 15 Punkte aus sieben Spielen unter Fuchs. Mehr braucht es nicht, um eine Saison zu retten. Oder um eine neue Legende zu schreiben.