Fresneda jagt arsenal in die quarte der champions und löst ein altes versprechen ein
Iván Fresneda spielte sich 2023 ins Notizbuch von Mikel Arteta, weigerte sich aber, Warteschleife zu sein. Stattdessen zog er nach Lissabon – und heute Nacht trifft der 20-Jährige mit Sporting CP genau auf die Gunners, die ihn einst verpasst haben.
Von artetas wunschliste direkt ins viertelfinale
Die Geschichte klingt wie ein Drehbuch: Valladolid, Zweitliga-Spielzeit, 37 Ligaeinsätze, Links- und Rechtsverteidiger in einem Körper. Arsenal schickte Scout-Ketten, bot intern acht Millionen, doch Fresneda unterschrieb bei Sporting. „Ich wollte Spielzeit, keine Warteliste“, sagte er damals anonymen portugiesischen Medien – und meinte es ernst.
Der Transfer hatte einen Nebengeschmack: Arteta holte sich stattdessen Jurrien Timber, der Kreuzbandriss im Saisonauftakt folgte. Ein Seitenwechsel, der jetzt retroaktiv wie Vorsehung wirkt. Denn während Timber sich in London die Kniebande richtet, sprintet Fresneda 11,1 Kilometer pro Champions-League-Abend – mehr als jeder andere Außenverteidiger im Wettbewerb.

Amorims viererkette war sein gefängnis, borges’ vertrauen die flucht
Die ersten Monate in Lissabon waren ein Zahnradspiel. Ruben Amorim liebte seine Dreierkette, Fresneda aber ist klassischer Kantenläufer, kein hybrid-invertierter Halbraumspieler. Er saß sechs Mal in Folge draußen, musste Adduktorenprobleme überwinden und fragte sich intern, „ob der Schritt zu groß war“, wie er Flashcore offenbarte.
Dann kam Rui Borges. Der Coach setzte ihn sofort rechts durch, stellte die Kette um und gab ihm die Schlüssel zur Sechzehnerkante. Seitdem lief Fresneda 62 Pflichtspiele auf, 33 Starts in 37 Partien dieser Saison. „Er gibt mir Freiheit, aber er schreit auch, wenn ich den Halbraum vergesse“, lacht der Madrilene. Die Zahlen sprechen für sich: 81,4 Prozent Zweikampfquote, 1,56 Balleroberungen pro Spiel – Top-10-Werte unter allen Außenverteidigern der Königsklasse.

Barcola, tzolis, paixao – fresneda baute eine wand
Im Achtelfinale gegen Bodo/Glimt klebte er Jens Petter Hauge ans Auslinientuch, ließ ihn 94 Minuten ohne Torschuss. Gegen Paris sperrte er Bradley Barcola in eine Seitenstraße, gegen Brügge machte Christos Tzolis nur noch rückwärtslaufende Intervallarbeit. „Er ist kein Flügelspieler mehr, wenn Iván ihn markiert“, sagt Borges schmunzelnd. Der spanische U-21-Kapitän hat sich zum Spezialisten für Top-Winger entwickelt – und das in einem Wettbewerb, der gerade solche Außenbahnspieler sucht.
Der Preis: Sporting steht erstmals seit 1983 wieder im Viertelfinale, damals flog die Mannschaft an der Real Sociedad raus. Jetzt winkt Arsenal – und ein Rematch mit Arteta, der ihn einst auf die Liste setzte und ihn heute stopfen muss.

Spanien ruft, fresneda blockt ab
Luis de la Fuente belagert schon die WhatsApp-Liste, will ihn für die A-Nationalmannschaft einplanen. Fresneda antwortet mit einer Mauer: „Erst will ich den Pokal berühren, dann reden wir.“ Seine Mitspieler nennen ihn „El Toro“, weil er nach 90 Minuten noch 35 km/h Sprint zieht – und weil er im Kraftraum zweimal pro Woche 200 kg Kreuzheben stemmt. „Ich bin noch lange nicht fertig“, sagt er, „die Reise beginnt erst.“
Wenn heute Abend in Lissabon der Anpfiff ertönt, steht nicht nur Sporting im Viertelfinale – sondern ein 20-Jähriger, der vor zwei Jahren noch in der zweiten spanischen Liga spielte und nun den besten Klub der Premier League ausbremsen will. Arsenal hat Timber, Portugal hat Fresneda. Manchmal lohnt sich das Nein.
