Freiburg stoppt den meister: 3:3-krimi gegen leverkusen mit paukenschlag

3:3, Herzschlag-Match, drei Tore Rückstand gedreht – und dann in der Nachspielzeit der Jubel, der keiner war. Der SC Freiburg erzwingt gegen Bayer Leverkusen ein Remis, das sich wie ein Sieg anfühlt, obwohl es eigentlich ein beunruhigendes Déjà-vu ist.

Die Zahl, die Trainer Julian Schuster nicht aus dem Kopf geht: 15 Tore kassierten seine Jungs in 13 Spielen gegen die oberen neun. Nur ein Sieg. Die Tabelle teilt sich für Freiburg in zwei Welten: oben wird gestolpert, unten gehimmelt. Gegen Leverkusen lieferte der Sport-Club erstmals seit Wochen eine Antwort auf die Frage, warum er eigentlich Europapokal spielen will. Dann kam der Video-Check und zerriss die Netze wieder auseinander.

Grifo schreibt geschichte – und die kapitulation kommt trotzdem

Vincenzo Grifo schraubte sich mit seinem Freistoß-Knaller in Minute 17 in die Vereinsannalen: 61. Bundesliga-Treffer, Rekord. Die Führung hielt 180 Sekunden. Leverkusen schaltete zwei Gänge höher, Freiburg verlor die Aufmerksamkeit in der Zweikampfzone. 0:2 zur Pause? Fast. Doch Ritsu Dōan traf noch, und die Kabine bebte vor Selbstvertrauen.

Nach Wiederanpfiff legte Leverkusen nach – 1:3. Die Schwarzwälder ließen sich nicht ertränken. Lucas Höler köpfte, Grifo verwandelte einen Handelfmeter, 3:3, Stadion kocht. In der 90. Minute flog Ginters vermeintliches Siegtor raus, weil sein Knöchel im Millimeter-Abseits stand. Der Punkt blinkt, die Frage bleibt: Warum klappt das nur gegen den Meister, nicht gegen Augsburg oder Bochum?

Die europa-league rückt näher – mit oder ohne diese schwäche

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Am Donnerstag winkt das Achtelfinale in Genk. Schusters Mannschaft reist mit nur einem Sieg aus sieben Top-Spielen – und mit dem Selbstbewusstsein, dass sie jede Führung drehen kann, wenn der Kopf stimmt. Sportvorrichtung Jochen Saier sprach von „Charakter“, Kapitain Christian Günter von „dem nötigen Funken, den wir endlich wieder hatten“. Der Funken muss reichen, sonst droht Platz zehn statt sieben.

Die Statistik ist kein Zufall: Freiburg holte 26 von 36 Punkten gegen die untere Hälfte. Wer europäische Luft will, muss oben mithalten. Schuster wischt das Tabellenbild vom Tisch: „Wir sind auf dem Weg, uns nicht mehr einteilen zu lassen.“ Der Weg führt über Genk – und vielleicht über die Erkenntnis, dass ein 3:3 gegen Leverkusen mehr wert ist als drei Punkte gegen Abstiegskandidaten. Die Saison ist offen, aber die Uhr tickt. Freiburg hat die zweite Halbzeit der Tabelle vor Augen. Jetzt zählt nur noch: Sieg oder Stillstand.