Frauen-bundesliga: kiel setzt auf unabhängigkeit – dfb-kooperation gescheitert!
Ein Erdbeben in der deutschen Frauenfußballszene: Die FBL e. V. hat eine geplante gemeinsame Gesellschaft mit dem DFB abgelehnt und strebt nun einen völlig unabhängigen Weg an. Katharina Kiel, Präsidentin der FBL, bestätigte diese Entscheidung in einem exklusiven Interview mit dem Kicker und kündigte an, die Liga künftig eigenständig zu organisieren und zu vermarkten – ein Schritt, der die Machtverhältnisse im deutschen Fußball neu ordnen könnte.
Die entscheidung: warum die fbl den dfb-deal ablehnte
Der Knall kam überraschend, wenn auch nicht unerwartet. Die Klubs der Frauen-Bundesliga waren von den Vorstellungen des DFB weit entfernt, wie Kiel bekräftigt. Statt einer Kooperation, die dem DFB eine starke Kontrollfunktion zugesprochen hätte, setzt die FBL auf ihre eigene Stärke. „Wir fahren eine klare, verlässliche Linie und vertreten die Positionen der Klubs“, so Kiel. Das ist ein klares Signal an den DFB und ein Bekenntnis zur Eigenverantwortung.
700 bis 800 Millionen Euro stehen auf dem Spiel, wie Kiel andeutet, und die FBL will diese Summe selbst in die Hand nehmen. Der ursprüngliche Plan des DFB, rund 100 Millionen Euro in die Professionalisierung der Liga zu investieren, wird damit ad acta gelegt – zumindest in der geplanten Form. Die FBL sieht sich nun in der Lage, die Investitionen effektiver zu lenken und die Liga nach ihren eigenen Vorstellungen zu entwickeln.

Dfl-vorbild und grundlagenvertrag: der weg in die zukunft
Die FBL orientiert sich am Vorbild der Deutschen Fußball Liga (DFL) im Männerbereich. Ziel ist es, eine eigenständige Organisation und Interessenvertretung aufzubauen, die die Belange der Klubs bestmöglich vertritt. Ein wichtiger Schritt dabei ist die Ausarbeitung eines Grundlagenvertrags mit dem DFB, ähnlich wie er im Männerfußball existiert. Dieser Vertrag soll die Rahmenbedingungen für den Wettbewerb regeln und die Zusammenarbeit zwischen den Verbänden festlegen. Der Entwurf liegt dem DFB bereits vor.
Die tatsächliche Umsetzung dieser Pläne wird jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die FBL muss zunächst eine entsprechende Kapitalgesellschaft gründen und den DFB muss in einem außerordentlichen Bundestag einer Zusammenarbeit im Rahmen des Grundlagenvertrags zustimmen. Erst zur Saison 2027/28 soll der Spielbetrieb eigenständig organisiert werden.
Die Entscheidung der FBL ist ein mutiger Schritt, der das Potenzial hat, die Frauen-Bundesliga nachhaltig zu stärken. Es bleibt abzuwarten, ob der DFB diesen Schritt mittragen wird und ob die FBL ihre ambitionierten Ziele erreichen kann. Fest steht jedoch, dass die Zukunft des Frauenfußballs in Deutschland nun in eigenen Händen liegt – ein historischer Moment für den Sport.
