Fraser-pryce: abschied vom top-sport, aber nicht vom glanz!

Madrid bebt – nicht nur wegen des Laureus-Preises, sondern auch wegen einer Legende des Athletics: Shelly-Ann Fraser-Pryce, die 'Pocket Rocket', verabschiedete sich charmant von den Medien, mit einem charmanten 'Arrivederci', das sie wohl fälschlicherweise für Spanisch hielt. Doch hinter der fehlerhaften Begrüßung verbirgt sich eine Athletin, die ihre Karriere mit Stolz und unvergesslichen Leistungen beendet hat.

Die bilanz einer außergewöhnlichen karriere

TAG7Nach 18 Jahren an der Spitze des Welt-Athletiksports, nach drei olympischen Goldmedaillen und zehn Weltmeistertiteln, ist es natürlich emotional, sich von der täglichen Routine des Trainings zu verabschieden. Fraser-Pryce, die mittlerweile Vollzeit-Mama ist und sich wohltuend in sozialen Projekten und eigenen Geschäftsfeldern engagiert, blickt zurück auf eine Karriere, die kaum jemand für möglich gehalten hätte. Eine Frau, die mit 38 noch eine Weltmeisterschaftsfinalin war – das ist schlichtweg sensationell.

Ob ihr etwas gefehlt hat? “Nein”, antwortet sie entschlossen. “Ich bin unglaublich dankbar und stolz auf das, was ich erreicht habe. Wer hätte mir jemals gesagt, dass ich zur dritt schnellsten Frau der Welt werde?”

Die prägendsten momente

Die prägendsten momente

Die Frage nach dem schönsten Moment in ihrer Karriere führt sie zurück nach Peking 2008, zu ihrem ersten olympischen Gold. “Das war der Moment, der mir gezeigt hat, was harte Arbeit und Selbstmotivation bedeuten.” Ein weiterer Höhepunkt war ihr Comeback nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 2019 und der darauffolgende Weltmeistertitel in Doha. “Die Mutterschaft hat mich als Athletin und als Mensch weiterentwickelt”, betont sie.

Die Diskussion um die Reinheit der Weltrekorde von Florence Griffith Joyner lässt sie nicht zu. “Ich konzentriere mich auf mein eigenes Talent und meine Leistung. Der Weltrekord ist eine Motivation, aber meine größte Befriedigung liegt in der eigenen Entwicklung.”

Die nächste generation

Die nächste generation

Das Aufkommen junger Athletinnen wie Melissa Jefferson-Wooden bestärkt sie in dem Glauben, dass die Zukunft des Athletics in guten Händen liegt. “Melissa hatte im letzten Jahr eine unglaubliche Entwicklung. Ihre Leistung zeigt, dass eine starke Saison der Grundstein für den nächsten Schritt sein kann.”

Teamgeist und inspiration

Teamgeist und inspiration

Fraser-Pryce lobt die spanische 4x100-Meter-Staffel, die sie bei den World Relays in Guangzhou schlug. “Es ist wundervoll, wenn Nationen mit Teams in Erscheinung treten, die Geschichte schreiben wollen. Sie geben anderen Athleten die Möglichkeit zu träumen und zu glauben, dass auch sie etwas Großes erreichen können.” Sie sieht darin eine Inspiration für andere Nationen und Athleten.

Usain bolt – ein unikum

Ihre Worte über Usain Bolt sind voller Respekt und Bewunderung. “Usain ist ein einzigartiges Talent. Auch wenn er vielleicht nicht immer einen direkten Rivalen hatte, hat er immer hart gearbeitet und sich selbst herausgefordert. Er ist ein Phänomen des Sports.” Sie glaubt, dass er vielleicht, wenn er etwas länger in der Leichtathletik geblieben wäre, den 200-Meter-Weltrekord noch weiter verbessert hätte.

Und schließlich vergleicht sie Mondo Duplantis mit Bolt: “Seine Sprünge sind einfach unglaublich. Er scheint ständig kurz davor zu stehen, einen neuen Weltrekord aufzustellen. Es ist eine ganz andere Disziplin als die Sprintdisziplin, aber seine Leistungen sind ebenso beeindruckend.”

Shelly-Ann Fraser-Pryce verlässt die Bühne, aber ihr Vermächtnis als eine der größten Sprinterinnen aller Zeiten wird weiterleben. Ihre Geschichte ist ein Beweis dafür, dass harte Arbeit, Entschlossenheit und Leidenschaft Berge versetzen können – und dass Mutterschaft und sportliche Höchstleistungen Hand in Hand gehen können. Die Leichtathletik verliert eine Ikone, die Welt gewinnt eine Botschafterin für Inspiration und positive Werte.