Französische liga im freien fall: ein wirtschaftskollaps droht!

Die französische Fußball-Elite steckt tiefer in der Krise als je zuvor. Während die LFP verzweifelt nach Investoren sucht, stapeln die Vereine Verluste an, die das Fundament des Profifußballs im Land erschüttern. Die Zahlen sind alarmierend und deuten auf eine existenzielle Bedrohung hin.

Ein rekorddefizit: 542 millionen euro in einer saison

Für die Saison 2024/2025 wurde ein kumulierter Verlust von 542 Millionen Euro ausgewiesen – das Doppelte des Vorjahres und ein trauriger Rekord, der nur von den pandemiebedingten Ausfällen übertroffen wird. In den letzten zehn Jahren summieren sich die Verluste auf über 3 Milliarden Euro, eine erschreckende Bilanz, die die finanzielle Instabilität des französischen Fußballs verdeutlicht. Nur sieben von 36 Teams konnten im vergangenen Jahr Gewinne verbuchen. Der LOSC Lille sticht mit einem Gewinn von 81,7 Millionen Euro hervor, während andere Schwergewichte dramatische Einbußen hinnehmen mussten.

Der amtierende Meister Paris Saint-Germain (PSG) verzeichnete einen Verlust von 40,1 Millionen Euro. Der Olympique Marseille schloss mit einem Minus von 104,8 Millionen Euro ab, und der Olympique Lyon, derzeit in der Insolvenz, musste einen Verlust von satten 208,6 Millionen Euro verkraften. Auch der RC Strasburg, der trotz historischer Europa-Qualifikation mit einem Verlust von 78,3 Millionen Euro zu kämpfen hatte, rutschte in die roten Zahlen. Dazu gesellen sich OGC Nizza (-40,5 Millionen), Stade Rennais (-27 Millionen) und AS Saint-Étienne (-29 Millionen).

Die ursachen der krise: sinkende einnahmen und fehlende investitionen

Die ursachen der krise: sinkende einnahmen und fehlende investitionen

Das schwindende Einkommen, ein Rückgang um 18%, wird durch das Auslaufen der CVC-Fonds und die anhaltende audiovisuelle Krise verschärft. Die Einführung von Ligue 1+ als eigene OTT-Plattform konnte den drohenden Blackout zwar abwenden, doch die langfristigen Auswirkungen sind noch ungewiss. Das Investment von CVC in Höhe von 1,5 Milliarden Euro zwischen 2022 und 2024, das dem Verein einen Anteil von 13% an den kommerziellen Rechten einbrachte, könnte sich nun als Fehlinvestition erweisen.

Die Situation der Clubs verschärft sich zusätzlich, da sie nun verpflichtet sind, das Geld an den Fonds zurückzuzahlen, und gleichzeitig strengeren UEFA-Regeln unterliegen. Die gesamte Geschäftszahl der Ligue 1 und Ligue 2 sank auf 2.362,8 Millionen Euro – ein Niveau, das zuletzt während der Pandemie erreicht wurde.

Ein besonders deutlicher Rückgang ist bei den sogenannten “anderen Einnahmen” zu verzeichnen, in denen die CVC-Fonds enthalten waren. Auch die TV-Einnahmen brachen um 4% ein, und für diese Saison wird nur noch mit 142 Millionen Euro gerechnet – ein Schlag für die wirtschaftliche Stabilität der Vereine.

Kommerzielle stagnation und anhaltende probleme

Kommerzielle stagnation und anhaltende probleme

Während andere Top-Ligen durch steigende Sponsoring-Einnahmen und höhere Ticketverkäufe profitieren, stagniert der französische Profifußball. Die Einnahmen aus Sponsoring und Merchandising stiegen lediglich um 1%, auf 787,8 Millionen Euro, wobei der PSG den Löwenanteil (387 Millionen Euro) dominierte. Auch die Stadion-Einnahmen wuchsen nur um 2%, auf knapp 310 Millionen Euro. Die Zuschauerzahlen in der Ligue 1 stiegen zwar um 3% auf 25.644, aber in der Ligue 2 ging der Besuch um 15% auf 5.518 zurück.

Die einzige Lichtung in diesem düsteren Bild sind die Transfererlöse, die dank der französischen Talentschmiede und der hohen Nachfrage aus der Premier League um 10% auf 886 Millionen Euro stiegen. Diese Einnahmen sind mittlerweile die wichtigste Umsatzquelle für den französischen Fußball.

Das psg-phänomen: ein motor und eine belastung zugleich

Das psg-phänomen: ein motor und eine belastung zugleich

Der PSG bleibt weiterhin der treibende Motor des französischen Fußballs, generiert aber gleichzeitig einen unverhältnismäßig großen Anteil der Einnahmen und verschärft so die Ungleichheit. Mit einem Rekordumsatz von 837 Millionen Euro (ohne Transfererlöse) steuerte der Verein fast 38% der normalen Einnahmen der Ligue 1 bei. Die gesamten Einnahmen beider Ligen sanken um 11,6% auf 3.249 Millionen Euro.

Die Bilanz ist eindeutig: 64% der 36 Vereine in der LFP schlossen das Geschäftsjahr 2024/2025 mit Verlusten ab. Nur 13 Vereine konnten Gewinne erzielen, und lediglich der LOSC Lille übertraf mit 81,7 Millionen Euro die Zehn-Millionen-Grenze. Im Gegenzug schlugen acht Vereine Verluste von über 25 Millionen Euro ein, fünf davon sogar über 40 Millionen. Der Paris FC, unterstützt von Arnault (LVMH) und Red Bull, verzeichnete mit 33,5 Millionen Euro den größten Verlust in der Ligue 2.

Die Ausgaben für Personal beliefen sich auf 1.989 Millionen Euro, ein Anstieg von 7% im Jahresvergleich. Allein in der Ligue 1 stieg die Gehaltsstruktur um denselben Prozentsatz auf 1.325 Millionen Euro, wobei der PSG mit rund 410 Millionen Euro den größten Anteil daran trug. Die Abschreibungen auf Transfers stiegen um 15% auf 575 Millionen Euro, während die Zahlungen an Agenten um 4% auf 154,4 Millionen Euro (131 Millionen Euro in der Ligue 1) sanken.

Die französische Fußball-Liga steht am Scheideweg. Ob sie die drohende Wirtschaftskrise überwinden kann, hängt von der Fähigkeit ab, neue Einnahmequellen zu erschließen und die finanzielle Stabilität der Vereine wiederherzustellen. Ansonsten droht ein Dominoeffekt, der den französischen Fußball nachhaltig schädigen könnte. Die Zeit drängt.