Franziska preuß verabschiedet sich vom biathlon – und kritisiert den sport

Abschied in antholz: ein letzter auftritt für franziska preuß

Mit einer goldenen Krone auf dem Kopf genoss Franziska Preuß den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Nach dem Massenstart bei den Olympischen Winterspielen in Mailand Cortina 2026 war das letzte Kapitel ihrer erfolgreichen Karriere geschlossen. Die Belastung fiel merklich von ihren Schultern. "Man konnte es kaum erwarten, dass es vorbei ist", sagte Preuß strahlend. Der Abschied in Antholz wurde mit einer Ehrenrunde für Preuß und Dorothea Wierer gefeiert.

Die fehlende leidenschaft: der entscheidende faktor

Die fehlende leidenschaft: der entscheidende faktor

Preuß gestand, dass die vollständige Überzeugung für den Sport zunehmend fehlte. "Mit den Spielen habe ich mich noch motivieren können", erklärte die Deutsche Sportlerin des Jahres nach ihrem 28. Platz. Doch der Biathlonsport erfordert mehr als nur Anstrengung. “Biathlon verdient mehr, du musst diese Passion einfach fühlen. Wenn das nicht mehr so ist, muss man es akzeptieren und für sich konsequent entscheiden. Es fühlt sich genau richtig an,” fügte sie hinzu.

Kein bedauern über fehlende medaille

Kein bedauern über fehlende medaille

Dass sie auch im letzten Rennen ihrer Karriere keine Einzelmedaille gewann, spielte keine Rolle. "Auf der letzten Runde habe ich mich nicht mehr gestresst. Ich konnte schon ein bisschen mit den Zuschauern feiern", sagte Preuß. Gemeinsam mit der Italienerin Dorothea Wierer drehte sie eine Ehrenrunde im Stadion von Antholz – ein symbolischer Abschied von zwei großen Biathletinnen.

Kritik am psychoterror im biathlon

Vor ihrem Abschied hatte Preuß bereits Kritik an dem Druck und dem sogenannten “Psychoterror” im Biathlon geübt. Sie betonte, dass diese Umstände ihr keine weitere Medaille wert waren. Diese Äußerungen zeugen von ihrer Ehrlichkeit und ihrem Mut, auch unbequeme Wahrheiten anzusprechen.

Vorfreude auf ein neues leben

Nun blickt die Bayerin voller Vorfreude auf ein Leben ohne den Leistungsdruck des Biathlons. "Es ist jetzt einfach egal, wenn man mal ein bisschen angeschlagen ist. Es ist wurscht, ob es dann eine Woche oder zehn Tage dauert, bis man wieder fit ist", sagte Preuß. Ihre sportliche Karriere war oft von gesundheitlichen Problemen überschattet. "Man kann sich mit der Familie wieder treffen, ohne Angst haben zu müssen, dass man sich was einfängt.", erklärte sie.

Die sehnsucht nach normalität

Die Familie freut sich ebenfalls darauf, Weihnachten wieder in vollen Zügen genießen zu können. "Dass man Weihnachten endlich wieder drin feiern kann und nicht mehr draußen", sagte die Gesamtweltcupsiegerin der vergangenen Saison. Sie habe diese Entbehrungen immer gerne in Kauf genommen, “wenn man dafür im Winter gut ist”. Doch nun ist sie froh, dass sich das ändert.

Was bleibt? freundschaften und erfolge

Preuß hat ihren geliebten Sport abgeschlossen, aber sie weiß, dass sie viel vermissen wird. “Das Team, die Freundschaften über die Jahre – das ist schon etwas ganz Besonderes”, sagte die 31-Jährige. “Das Gefühl, wenn man eine schwierige Situation gemeistert hat. Und auch der Moment, wenn man über die Ziellinie fährt.”

Weitere themen

  • Martin Schmitt macht Olympia-Roadtrip
  • Versöhnen sich Preuß und Wierer mit Olympia?