Franziska preuß' olympia-leid geht weiter: mentale blockade in mailand

Olympia-drama für franziska preuß: wortlose auszeit nach staffel-enttäuschung

Die Olympischen Winterspiele in Mailand/Cortina und Franziska Preuß – das scheint eine unglückliche Konstellation zu sein. Nach dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Frauen-Staffel, die mit Rang vier eine Medaille verpasste, verschwand die Biathletin wortlos in der Kabine. Ihre Teamkolleginnen und Verantwortlichen sind besorgt um ihre mentale Verfassung.

Bitterlings analyse: mehr mentale als physische probleme

Bitterlings analyse: mehr mentale als physische probleme

Felix Bitterling, Sportdirektor des DSV, erklärte gegenüber Sport1: „Ich habe sie kurz gesprochen. Sie war nicht in der Verfassung, etwas sagen zu können und zu wollen. Mehr weiß ich gerade auch nicht.“ Er betonte, dass es sich momentan eher um eine mentale Geschichte handle, als um ein physisches Problem. Die Belastung und der Druck scheinen der Athletin schwer zu fallen.

Taktischer kniff scheitert: preuß auf position zwei

Der DSV versuchte, Franziska Preuß zu entlasten, indem er sie nicht als Schlussläuferin einsetzte. Stattdessen ging sie als zweite Läuferin ins Rennen. Der Plan schien zunächst aufzugehen, doch im Stehendschießen scheiterte sie erneut. Eine Strafrunde zerstörte die Hoffnungen auf eine Medaille. Es war das erste Mal in der Geschichte, dass sowohl die Männer- als auch die Frauen-Staffel ohne Medaille blieben.

Fehler im stehendschießen: das trauma wiederholt sich

Wie schon im Mixed-Wettbewerb, der immerhin noch mit Bronze endete, musste Preuß im Stehendschießen eine Strafrunde einlegen. Volker Grube, ZDF-Kommentator, meinte: „Sie hat es nicht ausblenden können, was ihr hier schon widerfahren ist.“ Das Stehendschießen, das in der vergangenen Saison noch ihre Stärke war, ist nun zu ihrem größten Problem geworden.

Teamkollegen stehen hinter preuß: „sie hat nicht aufgegeben“

Die Teamkolleginnen von Franziska Preuß zeigen Verständnis. Kristian Mehringer, Damen-Bundestrainer, erklärte: „Man hat leider schon auf der Strecke gesehen, dass sie nicht ganz so locker und entspannt ist.“ Denise Herrmann-Wick fügte hinzu: „Sie ist eine der besten Schützinnen im Feld, aber wenn eine Situation, die nicht von Erfolg gekrönt ist, immer wieder auftritt, ist es schwierig, das abzuschütteln.“

Herrmann-wick: körperliche und mentale belastung

Denise Herrmann-Wick beschrieb die Situation eindrücklich: „Es geht nicht nur um mentale Stärke, sondern wenn die Physis dazukommt und du merkst, dass der Körper nicht mehr das macht, was du gewohnt bist, dann schwimmen dir die Felle weg.“ Sie betonte, dass dies eine der schlimmsten Situationen sei, die man sich vorstellen kann.

Bitterling nimmt preuß in schutz: „sie hat uns schon staffeln gewonnen“

Felix Bitterling verteidigte Franziska Preuß: „Es ist natürlich bitter, wenn die vermeintlich erfolgreichste und beste Athletin heute nicht das abrufen kann, was sie kann. Sie hat uns aber auch schon etliche Staffeln gewonnen.“ Er hofft, dass sie sich vor dem Massenstart wieder fangen kann.

Massenstart als letzte chance: hoffnung auf eine wende

Der Massenstart am Samstag (14.15 Uhr im LIVETICKER) ist Franziska Preuß' letzte Chance auf eine olympische Einzelmedaille. Bitterling hofft, dass sie sich noch einmal aus einem Tief kämpfen kann. Herrmann-Wick ist überzeugt: „Wenn es eine schaffen kann, dann ist es die Franzi. Der Massenstart liegt ihr.“