Franziska holt schweden-legende carlsson ins tischtennis-camp

Patrick Franziska hat seinen Coach-Pool erweitert – und wie. Der Weltklassespieler aus dem Ruhrgebiet arbeitet künftig mit Ulf „Tickan“ Carlsson, dem schwedischen Doppel-Weltmeister von 1985. Die ersten Sessions in Halmstad liefen, sagt Franziska, „ziemlich gut und mit viel Spaß“.

Ein schwede mit deutscher vergangenheit

Carlsson ist keine Unbekannte im deutschen Tischtennis. Zwischen 1980 und 1985 spielte er für den TTC Jülich, holte mit den Grenzländern den Europapokal der Landesmeister und ließ damals schon Akzente, die bis heute nachhallen. Nun kehrt der 64-Jährige zurück – nicht als Spieler, sondern als geheime Waffe an der Seite von Deutschlands Top-20-Mann.

Franziska pendelt zwischen zwei Welten. In Schweden absolviert er bei seiner Schwiegerfamilie Extra-Trainingseinheiten mit Carlsson. In Deutschland bleibt das bewährte Duo: Bundestrainer Jörg Roßkopf und Club-Coach Wang Xi vom TSV Bad Königshofen. Drei Stimmen, eine Mission – Olympia 2028.

Von goldenen jahren zu neuen plänen

Von goldenen jahren zu neuen plänen

Carlsson war Teil der schwedischen „golden Generation“ um Jan-Ove Waldner und Jörgen Persson. 1985 krönte er sich in Göteborg mit Mikael Appelgren zum Doppel-Weltmeister. Nach seiner Karriere schulte er erst die Damen, dann die Herren des Reichs – und prägte Spieler wie Truls Möregårdh. Diese Erfahrung will Franziska nutzen, um die letzten zehn Prozent aus seinem Spiel herauszuholen.

Die Zahlen sprechen für sich: Franziska rangiert aktuell auf Platz 17 der Welt, hat aber in den vergangenen zwölf Monaten nur zwei Halbfinale erreicht. Die Konkurrenz um die Olympiatickets wird härter. „Tickan“ soll helfen, die Lücken zu schließen – vor allem in der Variabilität beim Aufschlag und der Rückhand-Topspin-Frequenz.

Die Tischtennis-Welt schaut nach Schweden. Wenn Franziska im Sommer in Paris angreift, steht nicht nur ein Spieler am Tisch, sondern eine ganze Allianz aus deutscher Disziplin und schwedischer Kreativität. Carlsson ist zurück – und diesmal spielt er im deutschen Auftrag.