Franziska fischer wirft hin: buchholz verliert seine kämpferin

Die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten verlieren mit Franziska Fischer eine ihrer Identifikationsfiguren. Die 26-jährige Außenspielerin beendet nach zehn Jahren Profi-Status ihre Karriere – und das ausgerechnet, als die Mannschaft den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga sichern will.

Fischer zieht einen schlussstrich, der längst überfällig war

Fischer zieht einen schlussstrich, der längst überfällig war

Verletzungspech hat sie ausgebremst, aber nicht gebrochen. Knie, Schulter, da war immer was. Dennoch lief sie 86 Mal für Buchholz auf, erzielte 212 Tore, spielte sich in jedes Statistik-Excel. Nun reicht es. „Der Handball hat mein Leben über viele Jahre geprägt“, sagt sie, und man hört, dass sie diesen Satz nicht einfach so runterleiert. Es klingt wie ein Liebesbrief an eine Beziehung, die nicht mehr weitergeht.

Trainer Dubravko Prelcec redet nicht drum herum: „Fischi war unsere Dauerkraft, auch wenn sie selten 100 % fit war.“ Das ist kein Widerspruch, sondern die Wahrheit über eine Spielerin, die sich mit Tape und Ibuprofen durch die Saison gequält hat. Ihre Entscheidung ist kein Knall, sondern ein rauschender Vorhang, der endlich zufällt.

Die Luchse stehen mit 14:18 Punkten auf Rang 11, nur zwei Zähler vor dem Abstiegsrelegationsplatz. Ohne Fischers Erfahrung auf Linksaußen wird es enger. Der Nachwuchs ist talentiert, aber roh. Die sportliche Leitung muss jetzt reagieren, sonst droht der Absturz in die 3. Liga – und das in einer Saison, in der der neue Hauptsponsor erst einmal richtig wirbt.

Fischer selbst will bis Mai nochmal alles geben. „Bis zum Saisonende werde ich noch einmal alles geben“, sagt sie. Das klingt nach Ritterschlag, nicht nach Abschiedstränen. Dann verschwindet sie. Kein Comeback, kein Trainerjob, kein Medienpension. Sie wird Physiotherapeutin, arbeitet in der Praxis ihrer Schwester in Stade. Kein Glamour, nur Alltag. Genau das, was sie am Handball immer geliebt hat: harte Arbeit, sichtbarer Erfolg.

Am 12. Mai empfangen die Luchse den HC Rödertal. Wenn Fischer dann das letzte Mal in der Halle an der Rosenstraße aufläuft, wird der Applaus minutenlang durch die Tribüne rollen. Danach ist Schluss. Keine Extrarunde, keine Standing Ovations à la Hollywood. Nur eine Nummer 7, die sich in die Kabine verabschiedet – und eine Lücke, die niemand so schnell schließen kann.