Frankreich vor wm: deschamps bremst euphorische spieler!
Paris – Die Fußballwelt blickt gespannt auf die bevorstehende Weltmeisterschaft, und Frankreich gilt als einer der Top-Favoriten. Doch hinter der glänzenden Fassade der Équipe Tricolore brodeln offenbar Unruhen. Nationaltrainer Didier Deschamps musste nun unmissverständlich klarmachen, dass die Selbstüberschätzung einiger seiner Stars die Grenzen des Zumutbaren erreicht hat.

Hernández' überschwängliche aussagen lösen warnung aus
Auslöser war die überschwängliche Äußerung von Verteidiger Lucas Hernández nach einem Testspielerfolg im März. Der ehemalige Bayern-Profi hatte seine Mannschaft in den höchsten Tönen gelobt und von der unübertroffenen Qualität des französischen Offensivs gesprochen. Ein Lob, das Deschamps nun öffentlich zurückwies. „Du solltest so etwas nicht sagen“, mahnte der Coach und signalisierte, dass er die Pferde gezähmt sehen will, bevor die WM-Bühne betreten wird.
Die Worte des Trainers sind ein deutliches Signal an das Team. Denn Hernández ist nicht der Einzige, der mit überhöhten Ansprüchen auffällt. Rayan Cherki, der Youngster von Manchester City, verkündete nach einer knappen Niederlage gegen die Elfenbeinküste, sein Team werde „alle vernichten“. Eine Ansage, die Deschamps keinesfalls hören wollte.
Die Wahrheit liegt im Mittelfeld: Deschamps betonte in einem Interview mit GQ, dass es mindestens zehn Nationen gebe, die realistische Titelchancen hätten. „Wir haben Potenzial und gute Eigenschaften“, räumte er ein, „aber viele unserer Spieler sind jung und werden ihr erstes großes internationales Turnier erleben. Wir müssen sehen, was auf dem Platz passiert.“ Diese Einschätzung dürfte auch den französischen Fans nicht entgangen sein, die sich natürlich eine erfolgreiche WM wünschen.
Die Vorbereitung auf das Turnier ist somit von einer gewissen inneren Zerrissenheit geprägt. Einerseits die unbestreitbare Klasse der französischen Mannschaft, insbesondere in der Offensive, andererseits die Unerfahrenheit vieler Spieler und die Gefahr, dass die eigenen Erwartungen zur Falle werden könnten. Frankreich startet am Dienstag gegen Senegal in die WM. Ein Duell, das zeigen wird, ob Deschamps es schafft, sein Team auf Kurs zu bringen und die hohen Erwartungen zu erfüllen. Ein mögliches Nachbarschaftsduell mit Deutschland im Achtelfinale ist ebenfalls denkbar, sollte beides die Gruppenphase und das Sechzehntelfinale überstehen.
Die kommenden Tage werden entscheidend sein. Frankreich muss seine Stärken auf den Platz bringen, ohne sich von übertriebenem Selbstbewusstsein blenden zu lassen. Denn in der Welt des Fußballs ist es oft die Demut, die den Unterschied zwischen Hoffnung und Triumph ausmacht.
