Frankreich schlägt england 48:46 im sechs-nationen-krimi und krönt sich zum champion
In einem dramatischen Finale, das selbst erfahrene Stade-de-France-Ordnern die Stimme raubte, hat Frankreich England mit 48:46 niedergekämpft und den Sechs-Nationen-Titel 2026 geholt. Der entscheidende Punkt fiel nach 83 Minuten: Thomas Ramos versenkte den Straftrick vom linken Strafraumeck, als die Uhr bereits auf Null stand.
Die zahlen, die alles sagen: 28 titel, 21 punkte, eine gala
Die Équipe von Fabien Galthie bleibt damit souverän: 28 Erfolge im Wettbewerb, nur England (39) und Wales (39) liegen noch vorne. Die 21 Zähler bedeuten die Tabellenkrone mit zwei Punkten Vorsprung auf Irland und fünf auf Schottland. England rutscht auf Platz fünf ab, hinter Italien (9 Punkte) und vor dem punktlosen Wales.
Doch die Statistik verrät nur die Hälfte. Das Spiel selbst war ein offener Schlagabtausch, bei dem beide Teams innerhalb von 80 Minuten sieben Mal die Tryline überschritten. Louis Bielle-Biarrey schrieb sich mit vier Versuchen in die Geschichtsbücher – erstmals seit 1998 gelingt einem Franzosen ein Poker gegen die Rose.

Himmelblau statt les-bleus: marketing-idee wird zur farce
Die Federführer des französischen Verbandes hatten sich für das Jubiläum «120 Jahre erstes Länderspiel gegen England» eine hellblaue Sonderleibchen gegönnt. Resultat: 30 nahezu identische Trikots auf dem Feld, Zuschauer und TV-Kommentatoren verloren im Getümmel regelmäßig den Faden. «Man wollte Historie zelebrieren und lieferte Verwirrung», spottete ITV-Experte David Flatman live.
Die Farce nahm ihren Lauf, als Theo Attissogbe nach einem grubber von Ben Spencer den Ball vor der eigenen Tryline fumblete – Cadan Murley nutzte den Patzer zur zwischenzeitlichen englischen Führung. Kurz vor der Pause lag England gar mit 27:17 vorne, ehe ein gelbes Karten-Opfer gegen Ellis Genge und die technische Penalty-Try die Gäste wieder heranzogen.

Zweite halbzeit: sturm und drang bis zur letzten sekunde
Kurz nach Wiederanpfiff drehte Bielle-Biarrey mit seiner dritten Parade unter roten Ringen das Blatt. Antoine Dupont, der Kapitän, legte anschließend mit einem raschen Penalty-Try nach – 38:31. England antwortete prompt durch Ollie Chessum und Marcus Smith, der nach nur 15 Sekunden Spielzeit seine erste Berührung zum Versuch nutzte. Die Wechsel schienen sich ständig aufzuwiegen, bis Bielle-Biarrey nach einem 60-Meter-Kick-and-Chase-Solo den Deckel aufmachte.
48:42 – noch sechs Minuten. Demba Bamba flog mit Gelb vom Platz, die Rose eroberte den Ball, Tommy Freeman krönte den Power-Lauf mit der sechsten englischen Try. Marcus Smith verwandelte – 46:45. Frankreich mit einem Mann weniger, der Ball kurz vor dem eigenen 22. Und dann das: ein verrückter Ballverlust, Duponts schnelle Hand, ein hoher Tritt, ein Pfiff – hoch tackling. Ramos trat. Und traf.
Die französischen Spieler stürmten das Feld, während englische Köpfe tief hingen. «Wir haben sie dreimal begraben, und sie sind jedes Mal wieder auferstanden», schimpfte England-Coach Steve Borthwick in der Mixed-Zone. Fabien Galthie dagegen lächelte nur: «Rugby, purer Wahnsinn – und wir lieben es.»
