Frankfurter löwen rauben den münchenern den sieg – und feiern trotzdem wie beim pokalfinale
Die Löwen haben in der Olympiahalle den Pokalsieger an die Wand gespielt, zweimal getroffen, alles kontrolliert – und verloren trotzdem. Doch als Yasin Ehliz den Puck in der Overtime versenkte, jubelten 600 Hessen lauter als die 10.000 Bayern. Sie wissen: Mit diesem Punkt ist ihr Club so nah an der K.O.-Runde wie seit Jahren nicht.
Mckiernan und wedman versenken den rekordmeister früh
Ryan McKiernan traf nach 112 Sekunden, Matthew Wedman erhöhte kurz darauf auf 2:0 – ein Start, der selbst die routinierte Münchener Anhangsriege verstummen ließ. Die Löwen preschten, spielten mit dem Selbstbewusstsein von Aufsteigern, die sich nichts mehr erlauben wollen. Erst im Mitteldrittel drehte der Meister auf, aber Torhüter Ben Meisner hielt mit 37 Paraden die Null, bis die Schiedsrichter endlich auf Strafen pfiffen und die EHC-PP-Einheit zuschlug.
Die Verlängerung wurde zur Achterbahn: Pfaffengut scheiterte am Aluminium, Ehliz nutzte den Konter. 2:3 – die Niederlage, die wie ein Sieg schmeckt. Denn der Punkt bedeutet Tabellenplatz neun, nur zwei Zähler h Platz acht, dem letzten Ticket für die Pre-Play-offs.

Sonderzug und rückfahrt mit hoffnung
Um 19:30 Uhr fuhr der Zug Richtung Süden, um 22:45 Uhr dampfte er wieder nach Hessen – beladen mit Bier, Gesängen und der Gewissheit, dass zwei Finals gegen Dresden (Freitag) und Nürnberg (Sonntag) alles entscheiden. „Wir haben bewiesen, dass wir mit den Großen mithalten können“, sagte Kapitän David Wolf im Waggon, während draußen die bayrischen Alpen vorbeizogen. „Wenn wir so weiterspielen, fahren wir nicht nur mit einem, sondern mit drei Punkten aus Dresden raus.“
Die Saison endet am Sonntag um 14 Uhr in der Eissporthalle Frankfurt. Karten sind restlos ausverkauft, der Fanclub „Red Pride“ organisiert eine Choreografie, und die Spieler haben sich geschworen: Nicht wir werden die Saison beenden – die Saison wird uns beenden. Entweder mit dem ersten Play-off-Einzug seit fünf Jahren oder mit dem bitteren Auswärtserfolg, der trotzdem Geschichte schreibt.
