Frankfurt (oder): stadion der freundschaft – mehr als nur fußball!
Ein Stadion, das Geschichte atmet, Europapokal-Abende feierte und Rocklegenden wie Udo Lindenberg auf die Bühne rief: Das Stadion der Freundschaft in Frankfurt (Oder) ist mehr als nur eine Sportstätte. Nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Trümmern der Stadt errichtet, erzählt es von Widerstandsfähigkeit und dem unbändigen Wunsch nach sportlicher und kultureller Begegnung.
Von trümmern zu triumphen: die bewegte geschichte
Die Geschichte des Stadions ist untrennbar mit der Grenzziehung nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden. Wie der Sportjournalist Hans-Eberhard Fehland im Gespräch mit rbb|24 erklärt, verlor Frankfurt durch die Neiße-Grenzziehung sein altes Stadion. „Es bestand also dringender Bedarf an einer neuen Spielstätte – nicht nur für Fußball“, so Fehland. Der Grundstein für das heutige Stadion wurde 1948 gelegt, ein monumentales Projekt, das mit viel Schweiß und Improvisation vorangegangen war. Die Kipplore, batteriebetrieben und mit einer kleinen Lok bespannt, transportierte das Schuttmaterial, ein beeindruckendes Beispiel für den Einfallsreichtum der damaligen Zeit.
Das Stadion der Freundschaft öffnete am 12. Juli 1953 feierlich seine Pforten, zum 700-jährigen Jubiläum der Stadt. Ein Freundschaftsspiel zwischen einer Dynamo-Auswahl und der polnischen Mannschaft von Gwardia Kraków bot dem Publikum ein unvergessliches Erlebnis vor 25.000 Zuschauern. Dieser Tag markierte nicht nur einen sportlichen Meilenstein, sondern symbolisierte auch die deutsch-polnische Versöhnung.

Europapokal-nächte und musikalische highlights
Die 1970er- und 1980er-Jahre brachten zahlreiche Europapokal-Spiele des FC Vorwärts Frankfurt, gegen namhafte Gegner wie Werder Bremen, VfB Stuttgart, PSV Eindhoven und Juventus Turin. Diese Abende waren geprägt von Leidenschaft, Spannung und dem unbedingten Willen zum Sieg. Doch das Stadion der Freundschaft bot nicht nur Fußball. Friedensfahrten fanden hier ihren Höhepunkt, und die Leichtathletik profitiert von der erstklassigen Infrastruktur. 1968 warf Margitta Gummel im Stadion einen Weltrekord im Kugelstoßen – ein Moment, der für immer in die Geschichte des Stadions eingehen wird.
Auch nach der Wiedervereinigung erlebte das Stadion der Freundschaft eine Renaissance. Große Musikkonzerte, darunter ein Auftritt von Udo Lindenberg, zogen tausende Besucher an. Im kommenden Juli wird die Schlager-Legende Roland Kaiser auf ihrer Open-Air-Tour in Frankfurt Halt machen, ein Beweis dafür, dass das Stadion auch heute noch eine attraktive Bühne für musikalische Stars ist.
Obwohl das Stadion im Laufe der Jahre modernisiert wurde, hat es seinen ursprünglichen Charme bewahrt. Die alten Kassenhäuschen aus den Fünfzigerjahren, frisch angestrichen, erinnern an die Pionierzeit des Stadions. Die Mauern ringsum, mit einem Begrenzungszaun versehen, erzählen von einer langen und wechselvollen Geschichte.
Das Stadion der Freundschaft in Frankfurt (Oder) ist ein lebendiges Denkmal, das die Geschichte einer Stadt widerspiegelt und gleichzeitig ein Ort der Begegnung und des sportlichen Erfolgs bleibt – ein Ort, an dem Freundschaften entstehen und Erinnerungen für die Ewigkeit geschaffen werden.
