Forster verspielt gold: 1,58 sekunden fehlen zur paralympics-krönung
Anna-Lena Forster liegt nach dem ersten Slalom-Durchgang nur auf Platz vier – und das reicht nicht für Gold. Die 28-Jährige muss im Finale der Paralympics in Cortina 1,58 Sekunden auf Spitzenreiterin Audrey Pascual Seco aufholen. Das ist eine halbe Ewigkeit im Slalom.
Forster fliegt zu früh, spanierin dominiert
Die Monoskifahrerin startete als zweite ins Rennen, doch schon auf den Flachstücken der „Olympia delle Tofane“ verlor sie wertvolle Hundertstel. Die Speed-Daten zeigen: Forster war in den engen Passagen zwar präzise, konnte aber keine Beschleunigung finden. Das nutzte die 21-jährige Spanierin Pascual Seco gnadenlos. Sie fuhr mit Startnummer sieben auf die Spur und sicherte sich die Führung – nur eine Hundertstelsekunde vor der Chinesin Wenjing Zhang. Die Finnin Nette Kiviranta folgt auf Rang drei (+0,16 Sekunden).
Für Forster wird es eng. Sie hatte in Cortina bereits zwei Goldmedaillen geholt – in der Abfahrt und im Riesenslalom. Die Slalom-Krönung wäre ihre siebte Goldmedaille bei Paralympics gewesen. Jetzt muss sie im zweiten Lauf alles riskieren. „Ich weiß, dass ich mehr kann“, sagte sie nach dem Rennen. „Die Flachstücke haben mich ausgebremst. Aber ich gebe nicht auf.“

Der zweite lauf wird zur schicksalsfahrt
Die Strecke in Cortina ist technisch anspruchsvoll. Die Athletinnen müssen zwischen engen Toren und steilen Passagen wechseln. Forster hat Erfahrung – 2018 und 2022 holte sie Gold im Slalom. Doch diesmal ist die Konkurrenz jünger und schneller. Die Entscheidung fällt am heutigen Nachmittag. Um 14:15 Uhr startet der zweite Lauf – live bei sportschau.de und im ARD-Livestream.
Die Zuschauer erwarten ein Drama. Forster muss angreifen, aber ohne zu stürzen. Die Spanierin Pascual Seco ist nervenstark. Die Chinesin Zhang hat nichts zu verlieren. Und die Uhr tickt. 1,58 Sekunden – das ist der Abstand zwischen Triumph und Enttäuschung.
