Forster fliegt raus: super-g-debakel nach gold-glanz

Ein Sprung, ein Aufschrei, Aus. Anna-Lena Forster saß noch in der Luft, da wusste sie schon: Weg die Medaille, weg der Traum vom Doppel.

Der sprung, der alles zerstörte

12:52 Uhr, Tofane Centre. Die Monoski-Piste lag sonnenaufgehellt da, doch Forster erwischte den harten, ramponierten Streifen rechts der Ideallinie. Sie wollte riskieren, wollte nachsetzen, flog zu weit, verfehlte das nächste Tor, touchierte mit dem linken Schi und rutschte ins Netz. Kein Trainingslauf vorher – das ist Super-G-Regel. „Ich hab die Linie nicht gesehen, einfach blind reingehalvt“, sagte sie atemlos. 1,4 Sekunden Rückstand nach zwölf Sekunden Rennzeit, das war’s dann.

Die Spanierin Audrey Pascual Seco, in der Abfahrt noch um fünf Hundertstel geschlagen, raste mit 1:17,82 in Gold. Momoka Muraoka (+6,32) und Liu Sitong (+7,09) komplettierten das Podest. Für Forster nur ein trosteseliges Handshake, dann schnell weg in die Sonne.

Keine zeit für tränen – kombi kommt

Keine zeit für tränen – kombi kommt

Morgen um 9:00 Uhr startet die Super-Kombi, Slalom danach. Drei Rennen noch in Cortina, drei Chancen. „Ich nehm den Super-G mit ins Video, schraub die Einstellung zurecht und geh wieder Vollgas“, sagt die 30-Jährige. Kein Selbstmitleid, kein Psychologe, nur reine Wettkampflust.

Die deutsche Delegation rechnet intern mit mindestens einer weiteren Medaille aus Forsters restlichem Programm. Die Piste wird kühler, die Linie liegt dann nicht mehr so weit außen. Für sie zählt nur: Kante setzen, Sprung treffen, Tor treffen. Alles andere ist Makulatur.