Formel-1: fia nimmt kurs auf neue antriebsstrategie!

Die Formel 1 steuert auf fundamentale Veränderungen zu. Die FIA hat am Dienstag in Macao eine Reihe von Anpassungen am technischen Reglement für 2026 bestätigt und bereits erste Weichen für 2027 gestellt – insbesondere im Bereich der Energieverteilung. Ein Umbruch, der die Teams vor neue Herausforderungen stellt und die Zukunft des Rennsports prägen könnte.

Hitzeschutz und sicherheitsvorkehrungen im regen

Angesichts der zunehmenden Hitzewellen im Rennkalender hat die FIA das Verfahren zur Hitzebedingung angepasst. Ab 2026 kann eine Hitzewarnung nun sowohl für Sprintrennen als auch für Grand Prix ausgesprochen werden, wobei die Ankündigung spätestens 24 Stunden vor dem Rennstart erfolgen muss. Das bereits 2025 eingeführte Kühlsystem für die Fahrer mit Kühlwesten wird voraussichtlich in mehreren Rennen dieses Sommers, darunter auch in Singapur, zum Einsatz kommen. Ein weiterer wichtiger Schritt betrifft die Sicherheit bei Regen: Der sogenannte 'Boost'-Modus, der die Leistungsreduzierung des Fahrzeugs unter extrem rutschigen Bedingungen verhindert, wurde wieder eingeführt. Allerdings dient dieser Modus lediglich der Sicherheit und nicht einer Leistungssteigerung. Parallel dazu wurde der 'Overboost'-Modus in diesen Situationen deaktiviert, um unnötige Risiken zu vermeiden.

Mehr testzeit und neue antriebsstrategie

Mehr testzeit und neue antriebsstrategie

Für die Saison 2027 wird die Anzahl der Testtage vor der Saison von drei auf vier Tage erhöht. Die Tests werden höchstwahrscheinlich in Bahrain stattfinden, wo der Vertrag fortbesteht. Doch die eigentliche Neuerung betrifft die Antriebsstrategie ab 2027. Die bisherige 50/50-Aufteilung zwischen Verbrennungsmotor und Batterie wird zugunsten des Verbrennungsmotors verschoben. Konkret bedeutet das: 450 kW Leistung für den Verbrennungsmotor (plus 50 kW gegenüber den aktuellen Einheiten) und 300 kW für den MGU-K (minus 50 kW). Der Overboost-Modus behält jedoch seine maximale Leistung von 350 kW bei, während die maximale Rückgewinnungsleistung auf 400 kW angehoben wird – eine Maßnahme, um das sogenannte 'Clipping' (das vollständige Entladen der Batterie auf der Geraden) zu unterbinden, das zu Beginn der Saison 2026 für Kritik sorgte.

Kraftstoffzufuhr und bedenken der teams

Kraftstoffzufuhr und bedenken der teams

Um die zusätzliche Leistung des Verbrennungsmotors zu gewährleisten, wird die Kraftstoffzufuhr ab 2027 um 5 % und ab 2028 um weitere 13 % erhöht. Dieser Schritt hat Bedenken hinsichtlich möglicher Rennverkürzungen ausgelöst. Ein weiterer Faktor sind die Auswirkungen auf die Kostenbeschränkungen: Einige Teams hatten gehofft, ihre Chassis bis 2027 beizubehalten, um ihre Budgets zu optimieren. Ein größerer Kraftstofftank wäre in diesem Fall keine praktikable Lösung gewesen. Für 2028 wird die Verteilung auf 60/40 verschoben, wobei auch Anpassungen bei der Kraftstoffflusssteuerung und der Energierückgewinnung vorgenommen werden.

Mohammed ben sulayem blickt nach vorne

Mohammed ben sulayem blickt nach vorne

FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem betonte die kontinuierliche Überwachung des Reglements von 2026 und die enge Zusammenarbeit mit allen Beteiligten im Motorsport. “Die Diskussionen über zukünftige Antriebskonzepte, einschließlich V8-Motoren mit nachhaltigen Kraftstoffen, zeigen die Bereitschaft aller Parteien, die nächste Kapitel des Sports mitzugestalten”, so Ben Sulayem. Die FIA blickt bereits auf die Zukunft, möglicherweise bis 2030 oder 2031, und spekuliert über eine Rückkehr der V8-Motoren und eine reduzierte Rolle der Elektrizität in der Formel 1.