Formel 1 kippt rennkalender: saudi-arabien und bahrain fallen aus – saison droht monatelang zu stocken
Die Raketen, die seit Anfang März über dem Persischen Golf zischen, treffen nun die Königsklasse. Formel-1-Macher kappen den Kalender, streichen Jeddah (12. April) und Bahrain (19. April). Kein Ersatz in Sicht. Die Logistik ist zu groß, die Angst vor den iranischen Drohnen zu real.
Die bombe tickt schon länger
Testfahrten in Bahrain Ende Februar? Kein Problem. Die Teams rollten über die Strecken, als gäbe es kein Morgen. Doch als die Revolutionsgarde Anfang März saudische Ölanlagen und US-Stützpunkte beschoss, zerbarst die Illusion. Die FIA hielt die Füße still, wartete ab. Nun, zehn Tage später, reagiert die Zentrale mit einer kalten Absage. Kein offizielles Statement, nur ein Flüstern aus dem Inneren: „Wir können keine 3000-Meter-Spielzeuge über den Köpfen unserer Fahrer akzeptieren.“
Für die Mechaniker heißt es: Kisten wieder zu. Container, die bereits Richtung Rote See rollen sollten, bleiben in den Depots stehen. Die Teams sparen Tonnen von Frachtkosten, verlieren aber Millionen an Startgebühren und TV-Vergütungen. Red Bull und Mercedes haben intern bereits Szenarien durchgerechnet: Ein Ausfall beider Rennen kostet jeden Top-Team rund acht Millionen Euro – Geld, das nicht einmal Christian Horner einfach so auf die hohe Kante legt.

Die lücke frisst den kalender auf
Nach dem Grand Prix von Japan am 29. März droht eine Oase aus Leere. Kein Rennen, keine Promo-Touren, keine TV-Quoten. Die Fans bekommen drei Wochen Langeweile serviert, die Teams bekommen Kopfschmerzen. Denn wer in dieser Zeit Testkilometer sammeln will, muss die alten Boliden aus der Garage kramen – die aktuelle Spezifikation darf laut Reglement nicht mehr rollen.
Und weiter hinten im November? Katar und Abu Dhabi stehen noch. Die Tradition will es so. Doch wenn die Raketen dann noch fliegen, fallen auch diese Rennen. Die Saison könnte auf 20 statt 24 Läufe schrumpfen – das wäre die kürzeste seit der Finanzkrise 2009. Die Folge: weniger TV-Einnahmen, niedrigere Sponsoring-Prämien, kleinere Budgets. Die Mittelfeld-Teams – Haas, Williams, Kick Sauber – spüren den Schmerz zuerst.
Die Formel 1 ist ein Zirkus, der auf Sicherheit setzt. Jetzt zieht der Nahe Osten an den Strippen, und die Königsklasse tanzt. Wer 2026 noch Siege feiern will, muss nicht nur schnell sein, sondern auch flexibel. Die FIA wird in den nächsten Tagen nachlegen, das steht fest. Doch kein Ersatzrennen kann die Löcher stopfen, die Kriege reißen. Die Saison 2026 wird kürzer, härter – und irgendwo zwischen den Boxengassen und den Raketenwolken auch menschlicher.
