Fonseca kritisiert wm-vergabe an die usa – und die fifa-auszeichnung für trump

Fonseca äußert sich kritisch zur wm-vergabe und der fifa-ehrung für trump

Madrid, Spanien – Der ehemalige Trainer des AC Mailand, Paulo Fonseca, hat sich in einem Interview mit der französischen Sportzeitung L’Équipe äußerst kritisch zur Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 an die USA geäußert. Er plädiert dafür, dass das Turnier an einem anderen Ort stattfinden sollte, und kritisierte die Entscheidung der FIFA, Donald Trump mit einem Preis für den Frieden auszuzeichnen.

Der ukraine-konflikt und seine persönliche verbindung

Paulo Fonseca begann das Gespräch mit einem Blick auf die schwierige Situation in der Ukraine, dem Heimatland seiner Frau. Die Vertreibung aus dem Land im Jahr 2022 aufgrund des Konflikts mit Russland habe ihn tief bewegt. Diese persönliche Erfahrung beeinflusst seine Sichtweise auf globale Ereignisse und die Rolle des Sports.

Fonsecas appell zur wm-vergabe

Fonsecas appell zur wm-vergabe

Konfrontiert mit der Frage nach einem möglichen Boykott der Weltmeisterschaft, kritisierte Fonseca die Politik des amerikanischen Präsidenten. Er argumentierte, dass Trumps Priorität auf wirtschaftlichen Interessen und der Ignoranz gegenüber den Schwachen liege. Er betonte, dass der Präsident an Geld und nicht an den Menschen denke. Diese Haltung teilt er mit Befürwortern eines Boykotts, wie dem ehemaligen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter.

„Wer den fußball liebt, möchte das turnier woanders sehen“

„Wer den fußball liebt, möchte das turnier woanders sehen“

Fonseca äußerte seine Überzeugung, dass Fußballfans sich wünschen würden, die Weltmeisterschaft an einem anderen Ort ausgetragen zu sehen. Er versteht die politische Komplexität, betont aber, dass der Sport eine Botschaft des Friedens senden sollte und nicht an Orte gebunden sein sollte, die von kontroversen politischen Entscheidungen geprägt sind. Die Entscheidung, die USA als Austragungsort zu wählen, wirft seiner Meinung nach einen Schatten auf das Turnier.

Die fifa-auszeichnung für trump: eine „schande“

Im Dezember vergangenen Jahres hatte FIFA-Präsident Gianni Infantino Donald Trump den „FIFA-Preis für den Frieden“ verliehen, was weitreichende Kritik hervorrief. Fonseca schloss sich dieser Kritik entschieden an. Er bezeichnete die Auszeichnung als „schmerzlich“ und eine „Schande“ für den Fußball. Er argumentierte, dass der Sport nicht mit solchen politischen Gesten in Verbindung gebracht werden sollte.

Infantinos rechtfertigung und die entstehende kritik

Gianni Infantino hatte bei der Preisverleihung betont, dass ein Staats- und Regierungschef sich um das Wohl der Menschen kümmern müsse und dass die FIFA Trump für seine Leistungen auszeichne. Fonseca und viele andere sehen diese Begründung kritisch. Die Entscheidung löste bereits im Vorfeld Diskussionen über einen möglichen Boykott aus, die sich nun weiter zuspitzen.

Der sport und seine verantwortung

Fonseca betonte, dass der Fußball, als weltweit beliebteste Sportart, eine besondere Verantwortung trägt, Friedensbotschaften zu senden. Auch wenn sich der Sport nicht vollständig von der Politik abgrenzen kann, sollte er sich klar gegen Handlungen und Entscheidungen positionieren, die diesen Werten widersprechen. Die aktuelle Situation in den USA und die umstrittene WM-Vergabe stellen den Fußball vor eine Zerreißprobe.