Fofana zerreißt die masken: seine nationalmannschaft-karriere steht auf messers schneide
Youssouf Fofana redet Klartext – und das klingt nach Abgesang. Der Mittelfeldspieler von AC Milan gibt der franzischen Zeitung L'Équipe ein Interview, das nicht nur seine Rolle beim Klub, sondern auch seine Zukunft in der Equipe Tricolore infrage stellt.
Fofana fühlt sich als „kollateralschaden“
Seit Oktober 2024 kein Länderspiel mehr. 25 Einsätze, das klingt nach Erfahrung, doch für Fofana ist das zu wenig, um sich in die Diskussion um die WM 2026 zu mischen. „Ich bin ein Kollateralschaden“, sagt er und meint damit nicht nur die fehlende Medienpräsenz in Frankreich, sondern auch die taktische Neuausrichtung unter Coach Paulo Fonseca.
Der Franzose wurde von einem defensiven Sechser zu einem offensiven Rechtsaußen umgeschult. „Man sagt dir, du spielst höher – am Anfang freut man sich. Aber ich bin nicht überzeugt, dass das mein Platz ist.“

Die rolle, die ihn ausbremst
Fofana liebt das Spiel nach vorne, das Verteilen, das Zerlegen von Pressing. Nun soll er sprinten, flanken, danken. „Ich habe gelernt, schneller zu denken, mehr Sprints zu machen. Aber ich bin nicht sicher, dass das meine Stärken sind.“
Die Statistiken bestätigen seine Zweifel: weniger Ballgewinne, weniger Ballkontakte, weniger Einfluss. Und das in einer Saison, in der Milan um die Scudetto mitkämpft. „Ich tue es fürs Team. Aber für meine Karriere? Ich weiß es nicht.“

Deschamps schweigt – fofana wartet
Am Donnerstag wird Didier Deschamps seine Kader für die Testspiele gegen Brasilien und Kolumbien bekanntgeben. Fofana ist nicht auf der Liste. „Ich werde nicht rufen und fragen, warum. Ich respektiere seine Entscheidung. Aber ich bin nicht fertig.“
Die WM 2026 rückt näher. Fofana will hin. „Ich habe den französischen Pass, ich bin wählbar. Aber ich muss die Saison besser beenden, als ich sie begonnen habe.“
Ein Satz, der wie ein Ultimatum klingt – an Milan, an Deschamps, aber vor allem an sich selbst.
