Florentino wirft den handschuh: solar-millionär mit mexikanisch-akzent soll antreten

Florentino Pérez trat vor die Presse und warf den Handschuh. „Der Herr mit dem mexikanischen Akzent, der mit den Stromkonzernen spricht, soll antreten“, sagte er. Ein Satz, der Madrids Königsklasse erschüttert. Denn der Mann, den er meint, ist kein Phantom. Er heißt Enrique Riquelme, 37, Solar-Pionier, Wasser-Baron – und nun möglicherweise Präsidentschaftskandidat von Real Madrid.

Der sonnenkäufer aus cox

Riquelmes Lebenslauf liest sich wie ein Start-up-Märchen. Geboren im 8.000-Seelen-Ort Cox an der Costa Blanca, baute er aus einem Kredit ein Imperium. Cox Energy, 2014 gegründet, ging 2024 an die Börse. Projekte in Mexiko, Chile, Panama, Kolumbien. 100 einflussreichste Lateinamerikaner im Klimaschutz, lautet eine Liste, auf der er steht. Doch das reicht ihm nicht. Sein Herz schlägt auch für Weiß und Königskönig.

Schon 2021 brodelte es. Gerüchte, er wolle gegen Florentino kandidieren. Er besitzt seit 20 Jahren eine Socio-Karte, sein Vater saß einst im Vorstand. Die Wahl damals fiel ins Wasser – Florentino lief ohne Gegenkandidat ein. Nun ist Riquelme zurück, zumindest in den Köpfen der Madrilenier. Und der Klubchef liefert das Soundbite gleich mit.

Vom börsengang zum bernabéu

Vom börsengang zum bernabéu

Sein Unternehmen sponsert Rafas E-Boot-Team im UIM E1 World Championship. Er selbst war in Mailand, Kiew, Cardiff – immer dabei, wenn die Decke des Himmels über dem Finalort aus Santiago-Bernabéu-Fahnen bestand. Auf LinkedIn schreibt er: „Unternehmertum bedeutet soziale Verantwortung.“ Klingt nach Politiker-Manier. Klingt nach Wahlprogramm.

Die Statuten sind klar: 20 Jahre Mitgliedschaft, Garantie von zehn Prozent des Klubbudgets. Riquelme dürfte beides stemmen. Die Frage ist, ob er den Schritt wagt. Denn Florentino hat die Latte hoch gelegt. Dre Champions-League-Titel in den letzten fünf Jahren, ein neues Stadion, das wie ein schwarzes Loch Gegner und Sponsoren gleichermaßen einsaugt. Dagegen anzulaufen, braucht mehr als grüne Ideologie und Börsenwert.

Doch genau das macht die Geschichte brisant. Ein Milliarden-Projekt trifft auf einen Milliarden-Mann. Solarzellen gegen Traditionszellen. Die Wahl findet in diesem Jahr statt, versprach Florentino. Werden die Mitglieder zwischen Sonne und Santiago wählen? Oder bleibt Riquelme ein Phantom, das nur dazu dient, die eigene Macht zu demonstrieren? Eines steht fest: Der Begriff „Wahl“ hat im Königshaus Real Madrid plötzlich wieder Bedeutung.