Flensburg rutscht ins viertelfinale – jakobsen schlämt trotzdem

Ein 26:26 reicht, aber reicht nicht fürs Gemüt. Die SG Flensburg-Handewitt hat sich mit Mühe und vielen Fehlern gegen Skanderborg-Aarhus ins Viertelfinale der EHF European League gerettet. Die Sechs-Tore-Hypothek aus dem Hinspiel war die Rettungsleine, doch die Stimmung blieb grau.

Emil Jakobsen sprach hinterher klare Worte: „Leider Unentschieden gespielt. Das war nicht, was wir wollten.“ Der Linksaußen hatte sich mehr vorgestellt, besonders nach der Pause. „Wir haben zu viele technische Fehler gemacht, haben den Rhythmus verloren“, kritisierte er. Die Zahlen untermauern seine Wut: 14 Ballverluste in Halbzeit zwei, nur 48 Prozent erfolgreiche Abschlüsse.

Lasse möller sieht das ergebnis mit dänischem realismus

Sein Landsmann Lasse Möller nahm die Nervosität seiner Mitspieler vor allem der Drucksituation zugute. „Skanderborg musste jeden Ball gewinnen, sie sind mit dem Messer zwischen den Zähnen reingegangen“, sagte er im Gespräch mit Studio Hölle Nord. Die dänischen Kollegen hätten früh gemerkt, dass Simon Pytlick nur auf der Bank saß und nicht aufspielen konnte. „Sie haben uns auf der rechten Seite laufen lassen und dort zugestochen.“

Die Ausgangslage war tatsächlich alles andere als komfortabel. Drei Tage zuvor der Kraftakt in Hannover, dazu die Verletzungsmisere um Pytlick und Johannes Golla, der nur 45 Minuten durchhielt. Trainer Nicolej Krickau rotierte früh, doch die Frische blieb aus. „Wir haben versucht, das Tempo hochzuhalten, aber die Beine waren schwer“, sagte Möller. Dennoch: „Wir sind weiter, das zählt.“

Nächster gegner: die eigene liga

Nächster gegner: die eigene liga

Im Viertelfinale wartet nun das nächste deutsche Duell: MT Melsungen, frisch aus der Gruppenphase, will den Titelverteidiger stürzen. Die SG gewann beide Bundesliga-Spiele gegen die Hessen, doch die Play-off-Variante ist eine andere Liga. „Wir müssen wieder an unsere Leistungsgrenze, sonst reicht es nicht für das Final4“, warnt Jakobsen.

Die Zahlerinnerung: Flensburg gewann die European League 2023 und 2024. Ein dritter Titel in Folge wäre historisch – zuvor gelang das nur THW Kiel (2007-2009). Die Chance lebt, aber sie wird kleiner mit jedem Unentschieden, das wie eine Niederlage schmeckt.