Flensburg ringt leipzig nieder und bleibt im titelrennen

Die SG Flensburg-Handewitt hat ihre Hausaufgabe erledigt – wenn auch mit Mühe. Gegen den abstiegsbedrohten SC DHfK Leipzig wurde es am Freitagabend 36:28, doch bis zur Pause sah es nach einer handfesten Überraschung aus. 18:18 lautete der Halbzeitstand, und die 2.700 Zuschauer in der Flens-Arena rutschten unruhig auf ihren Plätzen hin und her.

Grgic schiebt flensburg mit neun treffern richtung champions league

Nach dem Seitenwechsel schaltete Marko Grgic einen Gang höher. Der Nationaltorjäger traf im Sekundentakt, stocherte Lücken in die gut gestaffelte Leipziger Deckung und erzielte allein in der zweiten Hälfte sechs seiner neun Tore. „Wir haben uns in der Kabine aufgerafft und klar gemacht: Hier darf kein Punkt liegenbleiben“, sagte Grgic nach Abpfiff. Die Dänen-Riege um die frischgebackenen Europameister Emil Jakobsen, Simon Hald und Co. erhöhte das Tempo, Leipzig fand keine Antwort mehr.

Die SG liegt nun bei 39:9 Punkten und behält Anschluss an Spitzenreiter SC Magdeburg, der am Sonntag gegen Hannover-Burgdorf seine perfekte Auswärtsbilanz verteidigen will. Für Leipzig wird die Lage dagegen prekär: Nach 23 Spielen steht der Club auf einem Abstiegsrang, zwölf Punkte trennen das Team von der sicheren Zone. Franz Semper war mit acht Toren bester Werfer der Sachsen, doch seine Treffer reichten nur, um eine Viertelstunde lang mitzuhalten.

Flensburgs trainer mahe zieht trotzdem die bremse

Chefcoach Nicolas Mahe war nach dem Schlusspfiff alles andere als euphorisch. „Wir haben 20 Minuten lang nur mitgemacht, statt das Spiel zu bestimmen. So etwas bestraft die Champions League sofort“, mahnte der Franzose. Die Statistik bestätigt ihn: Flensburg versenkte zwar 68 Prozent seiner Würfe, doch die 14 Ballverluste in der ersten Hälfte hätten fast das Genick gebrochen. Leipzig nutzte fast jeden Schnellangriff, ehe Flensburgs Deckung endlich die Lücken schloss.

Dennoch: Der Pflichtsieg ist eingetütet, und die SG kann in der internationalen Pause durchatmen. Mit neun Spielen bis zur Hauptrunde ist der Vorsprung auf Rang vier bereits sechs Punkte groß. Das Champions-League-Ticket zum 30. Vereinsjubiläum rückt näher. „Wir wollen nach den Sternen greifen“, sagte Grgic und schob schon mal den Koffer in Richtung Final Four.