Fischtown versinkt im mannheimer strudel – 2:5 blitzt systemfehler auf

Mit einem K.o. in der dritten Minute begann der Albtraum, mit einem 2:5 endete er. Die Fischtown Pinguins patzten beim Viertelfinal-Auftakt in Mannheim und lieferten sich selbst die Play-off-Blauhelme aus.

Was war passiert? Marc Michaelis traf, noch ehe die Eisfläche richtig gekratzt war, Kris Bennett schraubte die Adler auf 2:0. Bremerhavens Antwort blieb halbherzig: ein Powerplay-Treffer von Phillip Bruggisser, sofort konterte Nicolas Mattinen. Spielstand 1:3, Restelf-Tor durch Luke Esposito, Yannick Proske besiegelte vor 13.000 im SAP Garden die Machtdemonstration. Rayan Bettahars spätes 2:5 war nur noch Statistik-Pflege.

Die pinguins sind auf dem eis, aber nicht im kopf

Deutlicher als das Ergebnis war die Diskrepanz: 25 Schüsse aufs Tor, nur zwei Treffer – ein Querschnitt der Saison, in der Fischtown in 52 Spielen 33-mal zuerst lag. Trainer Thomas Popieschka sprach von „Kopf-Themen“, Kapitän Andy Miele gestand: „Wir haben das Tempo nie diktiert.“ Die Defensive stand wie ein Häuschen aus Spielkarten, die Offensive lief wie eine alte Schleife, die sich ständig wiederholt.

Jetzt droht ein Déjà-vu: Im Vorjahr kassierte Bremerhaven in Spiel eins in München eine 1:6-Klatsche, schaffte den Ausgleich, scheiterte trotzdem in sieben Spielen. Die Lehre? Ohne schnelles Umschaltspiel und ohne die berüchtigte Hafen-Stimmung wird Mannheim die Serie vorzeitig beenden.

Freitag ist entweder katalysator oder sargnagel

Freitag ist entweder katalysator oder sargnagel

Die Eisarena an der Columbusstraße muss am Freitag kochen, sonst kocht sie ab. Die Pinguins haben 60 Minuten, um die Serie zu drehen, bevor sie erneut nach Mannheim reisen müssen, wo die Adler in dieser Saison erst zweimal in Folge verloren haben. Zahlen sprechen gegen Fischtown: In 15 Viertelfinal-Auswärtsspielen gewannen die Adler zwölfmal, die Pinguins nur dreimal.

Popieschka kündigte personelle Umstellungen an: Goalie Mathias Niederberger behält das Tor, doch die zweite Reihe um Bruggisser und Bettaharsoll mehr Druck entwickeln. Die Frage ist nicht, ob die Pinguins um 19:30 Uhr anpfiffen, sondern ob sie um 21:30 Uhr noch im Spiel sind. Die Antwort lautet: Entweder sie schlagen zurück – oder sie schwimmen heim, ohne die Play-off-Wellen je wirklich geritten zu haben.