Fiorentina vor viertelfinal-einzug: gudmundsson spaltet polen mit spätem elfmeter
Der isländische Feuerkopf Albert Gudmundsson schob in der 93. Minute die Kugel ins Netz, drehte das Rückspiel in Czestochowa auf 2:1 und schickte die ACF Fiorentina mit einem Vorsprung zurück nach Florenz, der mehr ist als nur ein Tor – es ist ein moralisches Pfund.
Tomczyk muss um die europa-tickets bangen
Während die Viola nach dem Sieg gegen Cremonese in der Serie A vier Punkte Luft zum Abstiegsstrudel hat, droht dem polnischen Vertreter Rakow das Aus auf zwei Fronten. Die 1:3-Pleite gegen Gornik Zabrze katapultierte die Mannschaft von Trainer Marek Tomczyk aus den Europa-Plätzen. Nun muss Rakow gewinnen, will man nicht nur das Viertelfinal-Ticket, sondern auch die internationale Buhne der nächsten Saison retten.
Der Knackpunkt: Rakows Angriff wirkt seit Wochen wie entkernt. Drei Tore in fünf Pflichtspielen – das ist keine Statistik, das ist ein Hilferuf. Dazu fällt Stürmer-Star Moise Kean weiterhin aus, seine Muskelfaserriss-Reha verlauft langsamer als erhofft.
Fiorentinas Coach Raffaele Palladino kann dagegen rotieren, ohne zu riskieren. Das 4-1 gegen Cremonese war keine Eintagsfliege, sondern die vierte Partie ohne Gegentor. Das Mittelfeld-Dreieck Bonaventura-Mandragora-Barak lief wie geschmiert, hinten stellt der 20-jährige Michael Kayode derzeit jeden Flugel lahm.

Die quote, die den buchmachern angst macht
Bucht man den „Goal“-Markt (beide Teams treffen), liegt die Quote bei 1,65 – ein Wert, der die Ungewissheit der Wettanbieter widerspiegelt. Denn Rakow muss nach vorne, aber genau das könnte die Räume öffnen, die Gudmundsson und Co. lieben. Wer auf ein torloses erstes Halbzeit setzt, bekommt bis zu 2,16 – ein Indiz dafur, dass die Buchmacher ein frühes Fiorentina-Tor für wahrscheinlicher halten als ein Rakower Blitz.
Die Kulisse im Miejski Stadion wird brodeln, 5.500 Fans haben bereits Karten gelöst – Rekord für ein europäisches Heimspiel des Klubs. Doch Lärm allein verschießt keine Bälle. Wenn Rakow früh nicht trifft, droht dasselbe Szenario wie vor zwei Wochen: ein spät einknickendes Bollwerk und ein Gudmundsson, der den Deckel draufmacht.
Donnerstag, 18.45 Uhr, live auf DAZN – nicht nur für Italiens Fußballromantiker ein Pflichttermin. Denn sollte Fiorentina das „Polnische Abenteuer“ überstehen, winkt im Viertelfinale möglicherweise ein Duell mit Chelsea oder Real Betis. Die Viola sind auf dem Sprung zurück in die europäische Spitze – und Gudmundsson hat den Satz dafur schon geschrieben: „Wir kommen, um zu gewinnen, nicht um zu hoffen.“
