Fiorentina hofft auf befreiungsschlag im abstiegskampf – fagioli als schlüsselspieler
Fiorentina in der krise: ein blick zurück
Vor fünf Monaten endete das erste Halbzeit-Duell zwischen Fiorentina und Pisa mit einem torlosen Unentschieden. Damals saßen noch Stefano Pioli und Alberto Gilardino auf den Trainerbänken, beide mittlerweile nicht mehr im Amt. Während Pisa als Aufsteiger mit einem schwierigen Kampf um den Klassenerhalt rechnete, hatte niemand bei Fiorentina mit einem so tiefen Absturz im späten Februar erwartet. Aktuell stehen sie nur sechs Punkte vor den direkten Abstiegsplätzen, aber die Situation bleibt angespannt.

Vanolis einfluss und die chance gegen pisa
Mit Paolo Vanoli scheint sich die Fiorentina zumindest spielerisch verbessert zu haben, doch der Weg zur Sicherheit ist noch weit. Das Toskana-Derby gegen Pisa bietet die perfekte Gelegenheit, die Konkurrenz auf Distanz zu halten, die letzten Hoffnungen des Gegners zu zerstören und sich an Lecce und Cremonese auf 24 Punkten anzuschließen. Der Sieg wäre ein wichtiger Schritt im Kampf um den Klassenerhalt.

Fagioli: der regisseur im zentrum
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg wird die Leistung von Nicolò Fagioli sein. Er saß im letzten Spiel in Bialystok (Polen) 90 Minuten auf der Bank, wo seine Qualitäten nicht benötigt wurden. In der Serie A ist er jedoch unumstrittener Stammspieler und ein wichtiger Bestandteil der violetten Renaissance. Vanoli vertraut auf seine Spielintelligenz und erwartet, dass er das Spiel kontrolliert und die Fiorentina zum zweiten Ligasieg in Folge führt – eine Leistung, die der Mannschaft in dieser Saison bisher noch nicht gelang.

Die analyse: fagiolis entwicklung
Vor fünf Monaten spielte Fagioli noch keine Minute beim Unentschieden gegen Pisa. Pioli bevorzugte Hans Nicolussi Caviglia auf dieser Position, wie auch schon bei der Niederlage gegen Rom. Vanoli hingegen verzichtete nur einmal auf seine Dienste in der Startelf (gegen Genoa). Seitdem stand er in 14 Ligaspielen in der Anfangsformation und hat seine Leistung stetig gesteigert – ein Solo wie auf einer Gitarre.
Fagioli als taktgeber und torjäger
Nach einer schwierigen Phase hat Nico Fagioli wieder zu alter Stärke gefunden und seine Pässe werden zu klingenden Melodien für seine Mitspieler. Er führt sie an, wie der Pfeifer von Hameln, und schafft Möglichkeiten, die zu Toren führen können. Unter Vanoli hat er auch defensiv zugelegt. Sein Auftritt gegen Como zeigt seinen neuen Status als Allrounder: Er verteilte nicht nur Pässe, sondern neutralisierte auch Nico Paz und erzielte das 1:0.
Die zahlen sprechen für sich
Die Statistiken zeigen eine deutliche Entwicklung, die mit dem Aufschwung der Fiorentina zusammenfällt:
- Chancen kreiert pro Spiel: 2,18
- Ballgewinne pro Spiel: 4,86
- Erfolgreiche lange Pässe pro Spiel: 3,14
- Vertikale Pässe pro Spiel: 11,5
Diese Werte liegen deutlich über dem Durchschnitt der Serie A.
Vergleich mit pirlo und die hoffnung auf die nationalmannschaft
Der Vergleich mit Andrea Pirlo, der ihn einst bei Juventus debütieren ließ, ist anspruchsvoll. Doch Fagioli hat in den letzten Monaten große Fortschritte gemacht, um sich seinem Vorbild anzunähern. Pirlo selbst bezeichnete ihn bereits als seinen designierten Nachfolger: „Er kann alles und hat das Potenzial, im Spielaufbau herausragend zu sein.“ Um dies zu erreichen, muss Fagioli noch mehr Tore erzielen. Mit seinen Leistungen will er die Fiorentina retten und vielleicht sogar Gennaro Gattuso überzeugen, ihm eine weitere Chance in der Nationalmannschaft zu geben.
