Finn sonnekalb: der eisschnelllauf-star, der deutschland wieder zu gold führen kann

Finn sonnekalb: der eisschnelllauf-star, der deutschland wieder zu gold führen kann

Nach einer langen Durststrecke im deutschen Eisschnelllauf gibt es endlich wieder einen Hoffnungsträger: Finn Sonnekalb. Der 18-Jährige beeindruckt mit seinen Leistungen im Weltcup und hat sich bereits für die Olympischen Spiele 2026 qualifiziert. Sein Ziel ist klar: eine Medaille. Und vielleicht sogar mehr?

Der durchbruch in der weltcup-saison

Sonnekalbs Talent war schon länger bekannt, doch der rasante Aufstieg in den letzten Monaten überrascht selbst ihn. Nach dem erfolgreichen Triple bei den Junioren-Weltcups in Gangwon (Südkorea) im Jahr 2025, begann er, sich mit den etablierten Läufern zu messen. „Da habe ich dann dieses Jahr mal zu den Erwachsenen hochgeschnüffelt und das lief ganz gut (lacht)“, so Sonnekalb in einem exklusiven Interview mit Sport1.

Deutsche rekorde und podiumsplätze

Deutsche rekorde und podiumsplätze

Sein erster Podestplatz im Weltcup kam in Salt Lake City über 1.500 Meter, beendete eine 24-jährige Durststrecke für Deutschland auf dieser Distanz. Dabei verbesserte er den deutschen Rekord um über zwei Sekunden und stellte einen neuen Junioren-Weltrekord auf. Es folgten weitere Erfolge in Calgary und Heerenveen, die ihm das Olympia-Ticket sicherten.

Olympische ambitionen und motivation

„Olympische Spiele sind für jeden Sportler das Highlight“, sagt Sonnekalb, der bereits als Fackelträger bei den Sommerspielen in Paris 2024 olympische Luft schnuppern konnte. Für Mailand hat er sich ehrgeizige Ziele gesetzt: „Natürlich peile ich eine Platzierung weit oben an.“ Er sieht die Spiele als die perfekte Bühne, um sein Potenzial zu zeigen. Er beschreibt sich selbst als „kleinen Showmensch“ und freut sich auf die Atmosphäre.

Die lange durststrecke des deutschen eisschnelllaufs

Nach den glorreichen Zeiten mit Stars wie Gunda Niemann-Stirnemann, Claudia Pechstein und Anni Friesinger-Postma, die zusammen 19 olympische Einzelmedaillen gewannen, gab es in den letzten Jahren einen deutlichen Leistungsabfall. Sonnekalb möchte diese Serie beenden und an die früheren Erfolge anknüpfen. „Ich glaube, dass wir damals wahrscheinlich einfach nicht mehr so auf die Junioren geachtet haben, weil es bei uns halt so gut lief“, vermutet er.

Ein leben für den sport: verzicht und leidenschaft

Sonnekalbs Weg zum Erfolg war von harter Arbeit und Verzicht geprägt. Schon im Alter von fünf Jahren begann er mit dem Eisschnelllauf und verzichtete früh auf viele Dinge. Um den Kopf freizubekommen, fährt er gerne Rad – eine Leidenschaft, die bis in seine Kindheit zurückreicht, als er mit seinen Eltern durch Skandinavien und Europa radelte. Auch 2024 fuhr er bereits zwei Etappen der Tour de France ab.

Die vorbereitung und die erwartungen

Die Generalprobe in Inzell verlief nicht optimal, doch Sonnekalb sieht dies als reinen Trainingswettkampf. Er weiß, dass bei Olympia alles entscheidend ist. Obwohl die Erwartungen hoch sind, möchte er sich nicht unter Druck setzen lassen. Sollte er in Mailand eine Medaille holen, wird er diese sicherlich gebührend feiern. Und wenn nicht, dann wird er die Ursachen analysieren und weiterkämpfen.