Fifa wirft sich vor wm 2026 trump an die füße – und löst menschenrechts-sturm aus

Der Countdown läuft, der Rufmord auch. Noch 31 Tage bis zur Eröffnung der 23. Fußball-Weltmeisterschaft, doch statt Freude auf das erste Tri-Nation-Turnier der Geschichte verfolgt die FIFA einmal mehr die Schlagzeilen über sich selbst – diesmal wegen einer schamlosen Trump-Huldigung, die selbst Langzeit-Insider wie Minky Worden von Human Rights Watch sprachlos macht.

Infantinos kalkül: nähe zu trump als erfolgsgarant

Gianni Infantino hat die Rechnung ohne die Wirkung gemacht. Der FIFA-Präsident umarmt Donald Trump öfter als seine eigene Frau – zuletzt auf der Gala in Miami, bei der der Weltverband dem ehemaligen und möglicherweise künftigen US-Präsidenten den neu geschaffenen „Friedenspreis“ überreichte. Eine Trophäe aus purem PR-Gold, die keine sportliche Leistung ehrt, sondern eine politische Zukunft erkaufen soll. Worden nennt das, was danach folgte, „Korruption in Reinkultur“: eine fiktive Auszeichnung für einen Mann, der Kinder an der Grenze von ihren Eltern trennte und dessen Einwanderungsbehörde ICE bis heute mit geheimen Gefängnissen und Massenabschiebungen in die Schlagzeilen gerät.

Die FIFA schweigt zu ICE. Kein Wort in den 4.800 Seiten des Nachhaltigkeitsberichts, kein Hinweis in den Sicherheitskonzepten der zwölf WM-Städte. Dabei ist das Risiko längst bekannt: ICE-Agenten dürfen nach US-Recht bis zu 100 Meilen hinter jeder Grenze Kontrollen durchführen – das deckt alle Stadien ab. Wer ohne die richtigen Papiere ist, landet im Abschiebegefängnis, nicht im Fan-Fest. „Das Turnier droht zur Menschenrechtskatastrophe zu werden“, warnt Worden. Der Verband habe „auf unvorstellbarer Ebene“ versagt.

Kostenlose pr für trump, blankes entsetzen für die verbände

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Die Rechnung geht auf – zumindest für Trump. Er kann sich in Wahlkampfzeiten als Friedensstifter feiern lassen, während die FIFA die Glaubwürdigkeit der letzten Jahrzehnte endgültig verspielt. Sponsoren reagieren nervös. Adidas ließ durchblicken, man prüfe „alle Optionen“, Apple forderte intern ein Krisentreffen. Selbst innerhalb des Exekutivkomitees rumort es. „Wir haben den Bogen überspannt“, zitiert die SID einen europäischen Delegierten. „So läuft man nicht in eine WM, die eigentlich für Offenheit und Vielfalt stehen soll.“

Doch Infantino bleibt stur. Sein Credo: Nur mit Trump an der Seite sei eine „reibungslose Durchführung“ garantiert – ein Zugeständnis an die Macht, das die FIFA einmal mehr zum Erfüllungsgehilfen autoritärer Interessen macht. Die Fans? Die Spieler? Die Millionen Menschen ohne Papiere in den USA? Schließlich zählen nur die Einnahmen. Und die steigen, wenn der mächtigste Mann der Welt das Turnier zur Bühne nimmt.

In 31 Tagen rollt der Ball in Los Angeles. Die FIFA hat sich entschieden – für Trump, für Schweigen, für ein Turnier, das längst nicht mehr nur um Fußball geht. Die Frage ist nur noch, wer am 19. Juli im Finale steht: Messi, Mbappé – oder der 47. Präsident der Vereinigten Staaten, der sich dann als Retter des Weltfußballs feiern lässt. Die Antwort liegt nicht im Sport, sondern in den Stimmen, die bis dahin gezählt werden.