Fifa ermittelt: affäre in barcelona überschattet spanien-einsatz
Ein lauter Schatten fiel am gestrigen Abend über das Länderspiel zwischen Spanien und Ägypten im RCDE Stadium. Die FIFA hat ein Disziplinarverfahren gegen den spanischen Fußballverband (RFEF) eingeleitet, ausgelöst durch unsägliche Gesänge aus den Rängen, die nun die Aufmerksamkeit der Weltorganisation auf sich ziehen.
Verabscheuungswürdige rufe und weitere provokationen
Was als freundliche Atmosphäre für die Partie begann, entartete schnell. Zehn Minuten nach Spielbeginn erhoben sich Teile der Zuschauerschaft mit einem verwerflichen Gesang, der sich rasch im Stadion verbreitete: „Muslim ist der, der nicht dribbelt“. Dieser Ausruf des Hasses, der sich immer mehr verselbstständigte, ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich für Vielfalt und Respekt einsetzen. Die FIFA nimmt den Vorfall äußerst ernst.
Doch damit nicht genug: Parallel zu diesem inakzeptablen Gesang wurden auch beleidigende Rufe gegen den brasilianischen Star Vinicius Júnior geäußert, die ihn abwertend als „Strandball“ bezeichneten. Diese Kombination aus rassistischen und islamophoben Äußerungen ist schlichtweg unerträglich und wirft ein dunkles Licht auf den spanischen Fußball.
Auch während der Hymnenwiedergabe kam es zu unangenehmen Zwischenfällen. Der ägyptische Nationalhymne wurde ausgepfiffen, während aus einem Teil der Fankurve beleidigende Rufe gegen den spanischen Regierungschef Pedro Sánchez ertönten. Ein erschreckendes Bild der Intoleranz und des Mobs.
Das Stadionpersonal versuchte zwar, die Situation zu beruhigen, indem es während der Halbzeitpause eine Botschaft auf dem Videowand zeigte und über die Lautsprecheranlage eindringlich dazu aufrief, auf xenophobe und respektlose Gesänge zu verzichten. Die RFEF veröffentlichte ebenfalls eine Erklärung in den sozialen Medien, in der sie sich gegen Rassismus und Gewalt aussprach.
Die Reaktion der Fans war allerdings zwiespältig. Während einige die Aufforderungen unterstützten und die beleidigenden Gesänge mit Pfiffen unterbrachen, kam es kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit zu einer Wiederholung der Vorfälle. Die Zahl der Pfeifkonzerte gegen die ägyptische Nationalhymne und die verbalen Angriffe auf Pedro Sánchez deuten auf eine tieferliegende Problematik hin, die über dieses eine Spiel hinausgeht.
Die FIFA-Ermittlungen werden zeigen, welche Konsequenzen der RFEF und die mutmaßlichen Urheber dieser Vorfälle treffen werden. Es ist höchste Zeit, dass der spanische Fußballverband konsequent gegen jede Form von Diskriminierung vorgeht und eine Null-Toleranz-Politik etabliert. Nur so kann die Glaubwürdigkeit des spanischen Fußballs wiederhergestellt und ein Zeichen gegen Hass und Intoleranz gesetzt werden.

Ein skandal, der den ruf des spanischen fußballs beschädigt
Die Ereignisse in barcelona sind ein trauriger Beweis dafür, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auch im vermeintlich weltoffenen Spanien ihren Platz haben. Die FIFA-Ermittlungen sind ein notwendiger Schritt, aber es bedarf einer umfassenden Auseinandersetzung mit den Ursachen dieser Vorfälle, um nachhaltig gegen diese Entwicklungen vorzugehen. Die Bilder vom gestrigen Abend werden lange nachwirken und den Ruf des spanischen Fußballs nachhaltig beschädigen.
