Fifa erhöht wm-prämien: ein teil des erfolgs kommt zurück?
Die Fußballwelt atmet auf: Nach wochenlangem Unmut über die ursprünglich geplanten Prämienausschüttungen bei der anstehenden Weltmeisterschaft in Nordamerika hat die FIFA ihre Pläne korrigiert und die Prämien für die teilnehmenden Teams deutlich erhöht. Ein Eingeständnis, dass die Kritik aus Deutschland und anderen Nationen Anklang gefunden hat.

Mehr geld für die teams, aber woher kommt es?
Insgesamt werden nun 871 Millionen US-Dollar (entspricht rund 744 Millionen Euro) an die 48 Teams ausgeschüttet – ein Plus von 144 Millionen Dollar gegenüber der ursprünglichen Planung. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kann sich insbesondere über ein erhöhtes Startgeld von 10 Millionen US-Dollar (zuvor 9 Millionen) und höhere Vorbereitungskostenerstattungen in Höhe von 2,5 Millionen Dollar (zuvor 1,5 Millionen) freuen. Die FIFA begründet diesen Schritt mit dem kommerziellen Erfolg des Turniers und betont, dass sie sich in der „finanziell stabilsten Position ihrer Geschichte“ befinde.
Gianni Infantino, der Präsident des Weltverbandes, verkündete stolz, dass diese Erhöhung ein weiteres Beispiel dafür sei, „wie die Ressourcen der FIFA wieder in den Sport reinvestiert werden“. Das klingt nach einer selbstverständlichen Geste, doch die Hintergründe sind komplexer. Der schwankende Dollarkurs und die unterschiedliche Besteuerung der Gewinne in den verschiedenen US-Bundesstaaten bereiteten dem DFB weiterhin Kopfzerbrechen, wie Geschäftsführer Andreas Rettig bereits vor der Prämienerhöhung deutlich machte. Er sprach von „wirklich Unbehagen“ angesichts der Ungewissheiten.
Die Erhöhung der Prämien ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, doch das Problem der ungleichen Verteilung bleibt bestehen. Mit 16 zusätzlichen Teams im Vergleich zur WM 2022 in Katar bedeutet dies für viele Mannschaften nur eine marginale Verbesserung ihrer Prämien. Die Rekordsumme von 50 Millionen US-Dollar für den neuen Weltmeister bleibt unverändert, was die finanzielle Kluft zwischen den Top-Nationen und den Außenseitern weiter vergrößert.
Die IFAB hat parallel die Regeln bezüglich des Verschleierns des Gesichts mit Masken oder Turban verschärft und bei Schiedsrichterprotesten strengere Maßnahmen angekündigt. Auch die Gelb-Karten-Regeln werden während der WM angepasst. New York hat zudem beschlossen, die Fanzonen kostenlos zugänglich zu machen, was die Atmosphäre für die Fans zusätzlich verbessern dürfte.
Die WM 2026 wird zweifellos ein Spektakel, doch die finanzielle Debatte hat gezeigt, dass die FIFA weiterhin vor großen Herausforderungen steht, um eine faire und transparente Verteilung der Einnahmen zu gewährleisten. Die Spieler und Verbände haben signalisiert, dass sie die Augen weiterhin aufmerksam auf die Entwicklungen richten werden.
