Felix wienand zurück im training: knalltrauma geschlagen, hoffnung lebt
Die Explosion war laut. Die Blessur blieb. Doch Felix Wienand steht wieder auf dem Rasen – und das nur acht Tage, nachdem ein Böller ihn am Hübelmatt vor 13.000 Zuschauern zu Boden schickte. Rot-Weiss Essens 23-jähriger Schlussmann absolvierte am Donnerstag sein erstes Mannschaftstraining, seit er gegen Waldhof Mannheim ein Knalltrauma erlitt und anschließend „deutlichen Hörverlust“ diagnostiziert bekam.
Die Szelle, die den Keeper aus dem Spiel warf, dauerte 45 Minuten. Danach war Platzverbot für ihn. Die Ärzte schickten ihn ins Bett, die Kollegen nach Hoffenheim. Dort holte RWE ohne ihn einen 4:2-Auswärtssieg, der für Wienand „wie Medizin“ wirkte. „Der Sieg hat mir enorm geholfen, mich auszukurieren“, sagt er in einem Instagram-Video des Klubs. „Ich freue mich, wieder Gas geben zu können.“

Der verdächtige ist gefasst – die angst bleibt
Der DFB ermittelt, die Polizei einen 21-jährigen Mann. Doch selbst wenn die juristische Aufarbeitung läuft, bleibt das Gefühl: Ein Fan brachte einen Spieler um ganze Sätze seines Gehörs. Für Wienand heißt das: Erst die Klinik, dann die Kabine. Ob bleibende Schäden drohen, wagt der Verein nicht zu sagen. Die Tatsache, dass er heute schon wieder Bälle fängt, lässt die schlimmsten Befürchtungen zumindest schwinden.
Die Personalie ist eng mit der Tabellenlage verknüpft. Mit Jakob Golz’ Innenbandriss im Knie stand RWE vor einem Notstand im Tor. Tino Casali hielt gegen Hoffenheim II die Null, bis der erste Gegentreffer fiel. Nun kehrt Wienand zurück – vielleicht schon am Samstag (14 Uhr, Live! bei kicker) gegen Erzgebirge Aue. Golz könnte danach in Köln wieder dabei sein. Doch die Frage bleibt: Wer trägt die Nummer 1, wenn alle fit sind?
Wienand selbst scheint das egal zu sein. Er will nur eins: spielen. „Bis bald im Stadion“, grüßt er die Fans. Dann sprintet er los, als wolle er die verlorene Woche in einer einzigen Trainingseinheit aufholen.
