Felix hoffmann bricht saison ab – skifliegen bleibt aus, protest wird laut

Felix Hoffmann fliegt nicht mehr. Der Mann, der vor Weihnachten noch vier Mal auf dem Podium stand, packt vor Vikersund und Planica seine Koffer – und lässt die Skifliegen-Show den anderen. Grund: ein Beinahe-Crash in Oslo, der ihm die Scheuklappen riss.

Stefan horngacher bestätigt den rückzug

„Felix beendet die Saison und startet statt Skiflug ein Stabilisierungsprogramm“, sagt der scheidende Bundestrainer knapp. Eine Entscheidung, die intern schon vor dem Wind-Chaos in Oslo gereift war. Dort hatte Hoffmann bei Böen und Wechselwinden beinahe die Kontrolle verloren; Olympiasieger Philipp Raimund strich daraufhin seinen Start. „Ich wäre an dem Tag auch kein zweites Mal gesprungen“, schreibt Hoffmann in seiner Sport.de-Kolumne. Die Botschaft: Genug ist genug.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: seit der Vierschanzen-Tournee sprang der 28-Jährige nur ein Mal unter die Top 15. Der Neunte der Gesamtwertung wird nun durch Ben Bayer ersetzt – einem 22-Jährigen, der in Oberstdorf erstmals Weltcup-Punkte sammelte und nun den Sprung ins Fliegen bekommt, das Hoffmann verweigert.

Windchaos und tv-termine – ein system im zwiespalt

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Hoffmanns Kolumne klingt wie ein Arbeitsunfall-Protokoll: „Von denen wir auch alle leben“, schreibt er über Werbegelder und Fernsehzeiten, „aber die Gesundheit der Springer hat Vorfahrt.“ Der Verdacht: Termindruck und Windlotterie lassen Athleten wie Spielzeug wirken. Die Antwort des Verbandes: Stabilisierungswochen statt Risiko.

Für die Fans heißt das: kein Hoffmann auf der Kulm-Schanze, kein Hoffmann beim Finale in Planica. Stattdessen lauert Bayer auf seine Chance – und Hoffmann auf eine Frage, die er selbst formuliert: „Wir müssen lauter werden, wenn die Rahmenbedingungen uns gefährden.“ Die Saison ist vorbei, der Streit beginnt.