Fck nach derby-knall: rasmussen fordert nürnberg-k.o. als beweis

Kaiserslautern – Drei Tage nach dem 3:0 gegen Karlsruhe steht der Betzenberg noch unter Strom. Die 75 Fans, die am Mittwoch das Training besuchten, skandierten sich heiser. Jacob Rasmussen bekam die Gänsehaut – und sofort einen Auftrag: „Wir müssen beweisen, dass der KSC-Sieg kein einmaliger Luftholen war.“

Der dänische innenverteidiger kennt derbys wie seine westentasche

Kopenhagen gegen Brøndby, Feyenoord gegen Ajax, nun FCK gegen Nürnberg. Für Rasmussen ist das keine kuriose Folge, sondern sein Lebenselixier. „Die Energie schlägt dir entgegen wie ein zweiter Ball“, sagt er und deutet auf die Tribüne, wo schon wieder Fahnen flattern. Der 28-Jährige kam im Winter von RB Salzburg, weil er in der 2. Bundesliga „diesen roten Pulsschlag“ spüren wollte. Nach seiner Gehirnerschütterung fiel er zwei Spiele aus, gegen Karlsruhe durfte er 15 Minuten mitjubeln – nun will er durchspielen.

Die Zahlen sprechen für ihn: Mit Rasmussen auf dem Platz kassierte der FCK in sieben Partien nur vier Gegentore, ohne ihn neun in zwei Spielen. Doch Statistiken interessieren ihn gerade mal fünf Sekunden. „Samstag zählt nur, ob wir die Zweikämpfe gewinnen, die Nürnberg hasst“, grinst er. Der Club ist Tabellenzwölfter, drei Punkte hinter Lautern. Ein Sieg würde die Roten Teufel auf Platz sieben schießen – Playoff-Luft inklusive.

Die fans liefern schon den soundtrack

Die fans liefern schon den soundtrack

„Derbysieger, Derbysieger, hey, hey!“ – das Echo schallt bis in die Bürocontainer des Trainingsgeländes. Abdullah, ein Fan aus der Pfalz, bringt es auf den Punkt: „Die Jungs haben uns die Last genommen, jetzt wollen wir ihnen den Rücken stärken.“ Er spricht von Befreiungsschlag, meint aber: Befreiung ist nur dann echt, wenn sie zwei Wochen hält. Die nächste Prüfung folgt am Samstag, 15:30 Uhr, Max-Morlock-Stadion. Dort wartet ein Club, der sich nach sieben Jahren Bundesliga-Abstinenz ebenfalls neu erfindet.

Rasmussen steigt in den weißen Van, der die Spieler zurück in die Stadt bringt. Vor der Tür wartet eine Mutter mit ihrem Sohn, der ein Autogramm will. Der Däne kritzelt nicht nur seinen Namen, sondern auch ein kleines Herz. „Das ist keine Show“, sagt er. „Das ist der Moment, in dem du merkst: Fußball ist hier Religion, und wir sind gerade vom Bänkchen wieder in den Altar aufgestiegen.“

Am Samstag wird sich zeigen, ob der Glaube standhält. Die Fans haben schon ihre Antwort parat: „Wenn wir in Nürnberg gewinnen, gibt’s am Montag kein Frühstück, nur noch Choräle.“ Die Prognose von Birgit Richter: Der FCK gewinnt 2:1, Rasmussen entscheidet per Kopf in der 83. Minute – und die 75 von gestern werden zu 7.500 in der Ferne.