Fc thun lotet torwart-coup aus: bulgarischer nationalkeeper auf dem zettel
Die Thuner Führung schläft nicht. Während die Challenge League auf die entscheidenden Saisonwochen zusteuert, arbeitet Tabellenführer FC Thun laut bulgarischen Medien bereits an der nächsten Personalie – und zwar zwischen den Pfosten.
Svetoslav vutsov: jung, erfahren, vertraglich noch in sofia
Der Name, der derzeit in den Büros an der Lauenenstrasse durchsickert: Svetoslav Vutsov. Der 23-jährige Schlussmann von Levski Sofia hat zehn Einsätze für die bulgarische A-Nationalelf vorzuweisen und gilt als einer der grössten Talente auf seiner Position im Balkanland. Dass Thun genau diesen Keeper ins Visier genommen haben soll, berichtet das Portal sportal.bg unter Berufung auf interne Kreise. Ein konkretes Angebot liegt demnach noch nicht vor, aber das Interesse sei „mehr als ernsthaft“.
Die Szenerie ist klar: Thun führt die Challenge League mit fünf Punkten Vorsprung vor Stade Lausanne-Ouchy, die Defensive um Kapitän Alan Gonzalez ist mit erst 23 Gegentreffern die drittbeste der Liga. Dennoch plant Sportchef Daniel Stöckli offenbar vorausschauend. Denn sowohl Niklas Steffen (25) als auch Tim Spycher (20) sind langfristig an den Klub gebunden, aber ein dritter, erfahrener Konkurrent würde den internen Wettbewerb erhöhen – und könnte im Falle eines Aufstiegs auch die Qualität für die Super League sichern.
Steffen, seit 2022 gesetzt, unterschrieb im Dezember eine Vertragsverlängerung bis 2027. Spycher, erst im Winter aus der U21 von Basel gekommen, soll langfristig ausgebildet werden. Doch Vutsov wäre sofort einsatzbereit. Die Frage lautet: Wäre ein Wechsel ein Luxusproblem oder eine Weitsichtsinvestition?

Die kostenfrage und das transferfenster
Levski Sofia gilt in Osteuropa als verkaufsoffen, doch Ablösesummen für Nationalkeeper bewegen sich selbst in der Region schnell im sechsstelligen Euro-Bereich. Thun musste in den vergangenen Jahren sparsam wirtschaften, doch nach dem Einzug in den Europacup-Quali-Modus und den Verkauf von Filip Stojilkovic an Dinamo Zagreb fliessen frische Mittel. Ob der Klub diese im Sommer erneut in einen Torwart steckt, wird auch von der Lizenz für die Super League abhängen.
Die Entscheidung muss schnell fallen. Das internationale Transferfenster schliesst bereits am 2. September, und Levski will Klarheit, bevor die bulgarische Meisterschaft in ihre heisse Phase eintritt. Thun wiederum kann bis Ende August planen, hat aber intern signalisiert, dass man „keine Schnellschüsse“ riskieren will.
Ein Wechsel käme auch für Vutsov gelegen. Der ehemalige Nachwuchskapitän war zuletzt zweiter Wahl hinter Plamen Andreev, einem Jahrgang jüngeren Shootingstar. Regelmässige Einsatzzeiten würden seine WM-Chancen mit Bulgarien fördern – und Thun hätte einen Keeper mit internationalem Format, wie er in der Challenge League selten ist.
Für die Fans ist die Botschaft eindeutig: Der Klub denkt nicht nur an den Aufstieg, sondern auch an die Zeit danach. Und wer weiss – vielleicht steht Svetoslav Vutsov schon im August im Tor der Stockhorn Arena, wenn es gegen Basel oder Young Boys geht.
