Fatton schreibt geschichte: gold nach gold – skimo-queen dominiert olympia und em
Marianne Fatton lacht über die Schulter der Konkurrenz. Nach Olympia-Gold holt die Neuenburgerin zwölf Tage später den EM-Titel – und das mit einem Vorsprung, der an Atemlosigkeit grenzt.
Die schweiz besitzt eine neue ausdauerkönigin
Die Zahl ist schon verrückt: 1,3 Sekunden. So viel trennte Fatton im Sprint-Finale von Baku von der Italienerin Giulia Murada. Für Skimo-Verhältnisse eine Ewigkeit, für Fatton Alltag. Die 30-Jährige startet, zieht an, lässt alle stehen – und das gleich zweimal innerhalb von zwei Wochen.
Die Europameisterschaft in Aserbaidschan galt als offene Rechnung. Nach der Premiere in den französischen Alpen wollten viele sehen, ob Fattons Olympia-Triumph ein Einmalakt war. Die Antwort kam auf 1 200 Höhenmetern: nein. Sie attackierte 200 Meter vor dem Ziel, Murada reagierte zu spät, Tatjana Paller aus Deutschland schaffte nur Bronze. Eine Schweizerin außerhalb des Podests? Caroline Ulrich. Rang vier, 3,7 Sekunden Rückstand – genug, um sich selbst zu ärgern, nicht genug, um Fatton zu gefährden.

Männer-rennen: neutralstarter sticht schweiz-ass aus
Bei den Männern lieferte Thomas Bussard den Beweis, warum Olympia ihn links liegen ließ. Der Berner war schnell, aber nicht schnell genug. Nikita Filippov, startend unter neutraler Flagge, setzte sich mit 1,2 Sekunden Vorsprung durch. Ot Ferrer Martinez aus Spanien wurde Dritter, 1,6 Sekunden hinter dem Leader. Das Schweizer Olympia-Duo erlebte zwei Geschichten: Jon Kistler, Silber-Gewinner im Mixed-Team mit Fatton, verpasste als Vierter das Podest um 12,8 Sekunden. Arno Lietha schied im Halbfinallauf aus, weg vom Medaillen-Traum, zurück in die Realität.
Die Bilanz der Schweiz: ein Gold, ein Silber, zwei Vierte – und ein Gefühl, dass Skimo bei uns nicht mehr nur eine Nischensportart ist. Fatton trägt die Fahne, der Rest lauert. Die Saison ist vorbei, der Vorsprung auf der Uhr bleibt. Wer nächstes Jahr mitreden will, muss sich an der Langspur orientieren – oder an der Neuenburgerin vorbeitreten. Keine lehre Aufgabe.
