Georg koch stirbt mit 54: fortuna düsseldorf trauert um ihren aufstiegshelden
Die Nachricht trifft wie ein Foulelfmeter in die Magengrube: Georg Koch ist tot. Der ehemalige Bundesliga-Torhüter verlor seinen letzten Kampf – nicht im Strafraum, sondern gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs, der ihn seit 2023 in eiserner Umklammerung hielt. Nur 54 Jahre wurde der Bergisch-Gladbacher, der zwischen den Pfosten noch immer für seine unbeirrbare Ruhe bekannt war.
Fortuna düsseldorf verliert ihren aufstiegshelden
131 Mal stand Koch für die Fortuna zwischen den Pfosten, 1995 riss er mit der Mannschaft das Tor zur Bundesliga auf. „Ruhe in Frieden, Georg Koch“, twitterte der Klub am Mittwochabend, und das Wort „ruhe“ klingt wie bitterer Sarkasmus in den Ohren aller, die seinen letzten öffentlichen Auftritte verfolgten. Dort berichtete er von Tagen, an denen er „Bäume ausreißen“ könne – und von Nächten, in denen er „im Kopf leer“ sei.
213 Bundesliga-Einsätze insgesamt, verteilt auf Düsseldorf, Kaiserslautern, Duisburg und Bielefeld. Dazu ein Pokalfinale 2003 mit den Roten Teufeln, Champions-League-Luft bei PSV Eindhoven und zwischendurch Abstecher nach Zagreb und Wien. Doch die Statistik blendet. Was bleibt, ist das Bild eines Keepers, der selbst in der 3. Liga noch mit Handschuhen tapezierten Schals warb – und der nach der Karriere nicht einfach verschwand, sondern als Torwarttrainer beim Drittligisten Viktoria Köln Nachwuchskicker schulte.
Krankheit forderte tribut – koch blieb aufrecht
Die Diagnose „unheilbar“ warf ihn nicht um, sie veränderte nur die Taktik. Statt Elfmeter analysierte er Chemotherapie-Pläne, statt Abwehrreihen studierte er Tumormarker. „Es gibt Tage, da bin ich deprimiert“, sagte er Sport1, „aber ich lasse mich nicht kleinkriegen.“ Ein Satz, der sich wie ein Mantra durch seine letzten beiden Jahre zog. Den Kampf verlor er dennoch – doch er verlor ihn aufrecht.
Die Bundesliga verliert damit einen ihrer charismatischsten Schlussmänner der 90er-Jahre, die Fortuna ihre Identifikationsfigur und das Torwart-Trainingszentrum von Viktoria Köln einen Mentor, der Nachwuchskeeper nicht nur lehrte, wie man einen Ball hält, sondern auch, wie man das Leben fest im Griff behält.
Am Millerntor, in der Fankurve, im Vereinsbüro: Überall hängt heute schwarz-rote Fahne. Nicht wegen eines Abstiegs, sondern wegen eines Abschieds, der wehtut. Georg Kochs Handschuhe sind stillgelegt – seine Erinnerung nicht.
