Falcao bricht das schweigen: verletzungen und wm-träume
Radamel Falcao García, die kolumbianische Fußballlegende, hat sich in einem seltenen, emotionalen Interview geäußert. Der Stürmerstar, der in seiner Karriere zahlreiche Rekorde gebrochen hat, spricht offen über die frustrierenden Auswirkungen seiner Verletzungen und klärt Gerüchte über eine mögliche Rolle im Trainerstab bei der WM 2026.
Die bittere realität der tribüne
Nach seinem Wechsel zu Millonarios war die Erwartung groß, den 'Tigre' in voller Pracht auf den kolumbianischen Fußballplätzen zu erleben. Doch die Realität sieht anders aus. Eine schwere Fraktur des Jochbeins, zugefügt durch einen Zusammenstoß mit Dany Rosero, zwang Falcao dazu, die Spiele von der Seitenlinie aus zu verfolgen. „Es sind keine einfachen Zeiten“, gestand er in dem Interview bei RCN. „Jedes Mal, wenn ich ins Stadion gehe, geht es mir nicht gut, weil ich so gerne spielen und mich einbringen würde.“ Für einen Kämpfer seines Kalibers ist die Ohnmacht, nicht helfen zu können, ebenso schmerzhaft wie jede körperliche Verletzung.
Die Entscheidung gegen eine Operation war bewusst getroffen worden. „Wir tun alles, was wir können, aber wir müssen geduldig sein“, erklärte Falcao. „Eine Operation wurde vermieden, und es braucht Zeit, bis der Knochen richtig verheilt ist. Wir müssen den richtigen Moment abwarten, um wieder zu 100 Prozent auf dem Platz stehen zu können.“

Ein teufelskreis aus verletzungen
Die Gesichtsfraktur ist bei Weitem nicht die erste Hürde in Falcaos Karriere. Bereits in der vergangenen Saison hatte er aufgrund einer Muskelverletzung in den Ischialmuskeln und Problemen mit dem rechten Wadenbein eine längere Pause einlegen müssen. Schätzungsweise hat er seit seinem Wechsel nach Bogotá etwa 50 Prozent der möglichen Spiele verpasst – eine Statistik, die sowohl den Spieler als auch Trainer Alberto Gamero zu schaffen macht.

Kein abgang ins trainerteam
In den letzten Tagen kursierten Gerüchte über eine mögliche Rolle im Trainerstab von Néstor Lorenzo bei der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. Falcao stellte diese Spekulationen jedoch umgehend klar: „Nein, überhaupt nicht. Ich weiß nicht, woher diese Gerüchte kamen, aber sie stimmen nicht.“ Sein Fokus liegt weiterhin auf dem Spielfeld, nicht auf dem Trainerstuhl. So klar wie möglich machte er deutlich, dass er nur mit Stiefeln und im Trikot Kolumbiens an einer Weltmeisterschaft teilnehmen möchte.
Wertschätzung für james rodríguez
Im Gespräch nahm Falcao auch die Gelegenheit wahr, um seinem langjährigen Partner in der Nationalmannschaft, James Rodríguez, ein gutes Wort mitzugeben. Er verteidigte den Spielprozess des Mittelfeldspielers und betonte die Bedeutung von Qualität gegenüber Quantität: „Ich habe das Thema James schon vor Jahren verstanden. Seine Fähigkeiten sind unbestreitbar, und was er leistet, wenn er das Trikot Kolumbiens trägt, können nur wenige.“
Die hoffnung auf die endspiele
Während die Genesung von seiner Fraktur fortschreitet, hält die Ungewissheit im Umfeld von Millonarios an. Der Ausfall von Falcao fällt zusammen mit der Besorgnis über Carlos Darwin Quintero, der ebenfalls aus medizinischen Gründen ausfällt. Für Falcao ist es nun ein Wettlauf gegen die Zeit und seinen eigenen Körper. Der kolumbianische Fußball hofft, dass der Idol sein aktuelles Leid an der Seitenlinie in Tore verwandeln kann und dieses Kapitel der Verletzungen mit der ersehnten Glorie abschließt.
