Fabregas zerrt como in die königsklasse – mit perrone-risiko und diao-joker
Cesc Fabregas blickt nicht, er starrt. 38 Jahre, 38 Grad Fieber im Stadion – und trotzdem lächelt er. „Morgen entscheidet sich, ob wir den Traum packen oder ihn nur streicheln“, sagt der Trainer von Como vor dem Duell mit Roma, das die Lombardei zum ersten Mal seit 21 Jahren nach Europa führen könnte.
Perrone wankt zwischen 60 und 40 prozent
Der Knie-Bluterguss, den sich der Argentinier beim 2:1 in Cagliari zuzog, schreit noch immer. „Er trainierte heute allein, das Knie schwoll an wie ein Ballon“, berichtet Fabregas. Die Ärzte hatten schon einmal drei Monate Pause diagnostiziert – nach einem Tritt in Verona. Diesmal ist es nur ein Wassereinbruch, aber die Erinnerung nagt. „Er hat Angst, wir haben Verständnis. Aber wenn er morgen aufwacht und das Gefühl hat, er könnte fliegen, dann fliegt er mit uns.“
Die Wahrscheinlichkeit, dass Perrone in der Startelf steht, liegt laut medizinischem Stab bei 40 %. Für Fantasy-Manager ein Horror: Ein Wechsel nach 60 Minuten ist im Gespräch, sollte der Mittelfeld-Motor stocken.

Diao liefert die positive überraschung
Während Perrone um jeden Schritt ringt, donnert Assan Diao durch die Woche. Der 21-jährige Spanier absolvierte jeden Sprint, jede Einheit, jeden Pass. „Er wird im Kader stehen, Punkt“, sagt Fabregas und schlägt mit der flachen Hand auf das Pult. Diao könnte rechts außen starten oder als Zeh hinter dem Sturm – ein Joker, der in der 83. Minute gegen Cagliari bereits den Siegtreffer vorbereitete.
Die Statistik lügt nicht: In den letzten fünf Spielen, in denen Diao mindestens 20 Minuten stand, kassierte Como kein Gegentor. Ein ums andere Mal riss er den Ball in der Vorletzten Linie heraus, startete Konter, spielte den letzten Pass. Roma kennt ihn nur aus Videoanalysen – und das ist gut so.

Comos champions-league-fluch und die lösung
Seit 2003 wartet der Klub auf ein europäisches Gruppenspiel. Die letzte Teilnahme endete mit einem 0:4 in Valencia. Fabregas hat die DVD verbrannt. „Wir reden nicht über Geschichte, wir bauen sie“, sagt er. Die Lösung liegt in der Vertikalität: Como spielt die meisten Pässe in die Tiefe der Liga (42 %), gewinnt 57 % der Zweikämpfe im Mittelfeld – beides Werte, die Roma in dieser Saison nur selten erreicht.
Die Wette: Wenn Como früh presst, fallen die Römer in ihr eigenes Spiel. José Mourinho ist weg, Daniele De Rossi setzt auf Ballbesatz, aber nicht auf Ballbesitz. Bei 38 % Ballbesitz in der eigenen Hälfte kassierten die Giallorossi in dieser Saison bereits acht Gegentore – mehr als jeder andere Top-Fünf-Klub.

Fabregas’ letzter satz klingt wie ein schwur
„Wir werden nicht verhandeln. Wir werden angreifen.“ Dann dreht er sich um, geht durch die Tür, lässt die Kameras stehen. In der Kabine wartet bereits ein Video: jede Roma-Standard-Situation der letzten zehn Spiele, geschnitten auf drei Minuten. Die Spieler sehen sich an, lacieren ihre Stutzen. Draußen tobt der See, drinnen brennt der Verein. 21 Jahre Warten sollen enden – mit oder ohne Perrone, aber mit Diao und mit dem Glauben, dass Como nicht mehr der kleine Bruder ist.
