Fabregas zerfetzt cagliaris kultur-trick – como siegt trotz meter-gras

Ein 2:1 in Cagliari und Cesc Fabregas schreit trotzdem in die Mikrofone: „Das war kein Fußball, das war ein Gras-Krieg.“ Der Como-Coach feiert den wichtigsten Sieg der Saison, doch sein Verdikt gegen die Gastgeber ist gnadenlos.

Warum fabregas den rasen zum gegner erklärt

Stadio Comunale, 36 Grad im Schatten, das Spielfeld sieht aus wie ein vergessenes Feld. Die Hausherren haben die Grashalme stehen lassen – keine Bewässerung, kein Schnitt. „Absicht“, wirft Fabregas ein. „Sie wollten unsere Kombinationen ersticken.“ Seine Spieler fanden sich auf einmal in einem Dschungel wieder, in dem jeder Pass stockte und jede Lücke zugewuchert war.

Como antwortete mit Fußball-Notfallmedizin: lange Bälle auf die Außen, zweite Bälle einsammeln, Standardsituationen. Der Treffer zum 2:1 fällt nach einem Eckstoß, der so unpräzise ist, dass ihn kein Sardische Abwehrkopf erreicht – aber der einrückende Alberto Cerri schon. Ironie des Spiels: Der Ex-Cagliari-Stürmer trifft gegen seinen alten Klub und schickt die „Grasspiraten“ nach Hause.

Pisacane wehrt sich – und verliert trotzdem einen spieler

Pisacane wehrt sich – und verliert trotzdem einen spieler

Cagiri-Coach Fabio Pisacane streitet alles ab: „Wir haben keine Taktik mit dem Rasen.“ Dafür lässt er die Schiedsrichter-Performance platzen. „Sebastiano Esposito gesehen? Gelb-Rot, nun fehlt er in Pisa. Ich war zu nett, nett bedeutet hier: verarscht.“ Seine Stimme zittert, die Kalkulation ist klar: Ohne Esposito fehlt die Ankerperson in der Dreierkette – ein Punktverlust droht.

Die Zahlen sprechen für Como: 27 Ballgewinne im Mittelfeld, 62 % Zweikampfquote, nur neun Fouls – eine Disziplin-Lektion unter widrigsten Bedingungen. Fabregas’ Fazit ist ein Schlag ins Kontor der italienischen Traditionsklubs: „Wenn wir lernen, auf unwirtlichem Gelände zu gewinnen, sind wir bereit für die großen Bühnen.“

Como springt auf Platz fünf, nur zwei Punkte hinter dem Aufstiegsplatz. Cagliari bleibt im Tabellenmittelfeld stecken – und muss nun ohne Esposito in Pisa antreten. Das Gras wächst eben nicht nur auf dem Rasen, es wuchert auch in den Köpfen der Verlierer.