Fabio di giannantonio unterschreibt heimlich bei ktm – und sprengt die motogp-planungen 2027

Kurz nach dem Start in Le Mans war es besiegelt: Fabio Di Giannantonio wird 2027 Werksfahrer bei KTM. Kein offizielles Communiqué, kein Pressegespräch – nur ein Handschlag hinter den Boxen und ein Nicken des Österreichers Pit Beirer. Der Italiener hat sich losgekauft, bevor Ducati ihn zur Randfigur degradiert.

Warum di giannantonio jetzt die seite wechselt

Die Rechnung war schnell gemacht: Mit Marc Márquez und Pedro Acosta im Werksteam und Fermín Aldeguer als designiertem VR46-Jüngling hätte „Diggia“ 2026 nur noch die zweite Geige gespielt. Stattdessen kassiert er bei KTM ein Plus an Gehalt, ein Werkscode und die Garantie, die neuen 850-ccm-Prototypen als Erster zu testen. „Werksstatus bedeutet, dass du Teile bekommst, bevor sie überhaupt gebaut sind“, sagt er selbstkritisch. „In Borgo Panigale wäre ich Testpilot für andere gewesen.“

Im gleichen Schritt kehrt er zu Álex Márquez zurück – die beiden teilten sich schon 2022 die Box bei Gresini. „Wir kennen unsere Eigenheiten, das spart Wintertest-Kilometer“, kommentiert Márquez trocken. Die Verpflichtung des Spanier war seit Monaten fix; nun bekommt KTM ein deutsch-italienisch-spanisches Trio, das die Entwicklung der 2027er-Generation stemmen soll.

Domino im ducati-lager: wer bekommt den freien vr46-sitz?

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Die Nachfolge von Di Giannantonio bei Valentino Rossis Team wird zum Poker. Luca Marini, 2024 noch bei Honda gescheitert, buhlt gegen Nicolò Bulega, aktuell Superbike-Weltmeister und Ducati-Testpilot für die 850er. Die Techniker aus Bologna schieben Bulega, die Marketing-Abteilung Marini – ein klassisches Ringen zwischen Daten und Namen. Entschieden wird sich nach dem Mugello-Test, wenn Bulegas Longrun-Zeiten auf dem Tisch liegen.

Parallel brodelt es bei Gresini. Dani Holgado hat Platz eins in der Moto2-Promotion bereits versiegelt. Platz zwei steht zwischen Enea Bastianini – 2023 noch Ducati-Werksfahrer – und Joan Mir, der nach zwei verletzungsgeplagten Honda-Jahren wieder Top-Material fordert. Bastianini bringt Erfahrung, Mir aber Sponsoren aus Spanien und ein MotoGP-CV, das bei einem Rückkehrjahr 2027 Gold wert sein kann.

Tech3-entscheidung lässt viñales und bastianini baumeln

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Die letzte Großbaustelle trägt den Namen Tech3. Noch rollen die Franzosen mit KTM, doch Honda wirbt mit einem Drei-Jahres-Budget, das die Österreicher locker überbieten könnten – wenn sie wollten. Maverick Viñales hat ein Angebot beider Seiten unterschrieben, das erst wirksam wird, wenn die Liga zwischen Dorna und den Teams die Verteilerliste freigibt. „Ich werde nicht wieder in eine Midfield-Falle rennen“, ließ er in Le Mans durchblicken. KTM-Chef Stefan Pierer kontert mit einer Drohung: „Wenn Tech3 wechselt, nehmen wir unsere Materialien mit – und dann suchen sich manche Fahrer neue Jobs.“

Die Deadline rückt näher: Beim Grand Prix von Katalonien müssen alle Konstellationen stehen, will man rechtzeitig für 2027 Motoren und Aero-Pakete bestellen. Bis dahin zählt nur noch Geheimdiplomatie – und ein Italiener, der schon jetzt in Mattighofen seine Box einrichtet, ohne dass ein Logo daran klebt.

KTM hat den nächsten Schachzug gesetzt. Die Konkurrenz darf nun reagieren – oder die Figuren einziehen.