Ewe baskets: kracher gegen hamburg – play-in träume zerplatzen?

Die EWE Baskets Oldenburg stecken tief. Nach dem enttäuschenden 77:96 gegen die Veolia Towers Hamburg verschwimmen die Hoffnungen auf die Play-Ins in der Easycredit Basketball Bundesliga zusehends. Ein katastrophales erste Halbzeitbild ließ kaum Zweifel an der Ausgangslage.

Die türme legen los, die oldenburger stolpern

Es war ein Abend, der die Fans in der ausverkauften Arena (6335 Zuschauer) verstörte – Pfiffe gegen die eigene Mannschaft, eine Seltenheit in Oldenburg. Die „Donnervögel“ wirkten angeschlagen, nur fünf gesunde Spieler standen Trainer Lazar Spasic anfangs zur Verfügung. Im Gegensatz dazu präsentierten sich die Hamburger von Beginn an mit einer beeindruckenden Energie und Präzision. Niklas Wimberg, der Ex-Oldenburger, traf direkt den ersten Dreier, und der Schwung des Teams war förmlich greifbar.

Ein verheerender 18:0-Lauf in den ersten 20 Minuten katapultierte die Towers auf eine Führung von 24:6. Coach Spasic versuchte mit einer Auszeit, die Dämme zu brechen, mahnte zur Aggressivität, doch die Reaktion blieb zunächst verhalten. Ein weiterer 0:15-Lauf im zweiten Viertel ließ die Führung auf +26 (56:30) anwachsen. Die Fans in der Halle sangen ihre frustrierten Rufe: „Wir woll’n euch kämpfen seh’n!“

Kurze aufholjagd, dann die ernüchterung

Kurze aufholjagd, dann die ernüchterung

Nach der Pause zeigte Oldenburg zwar eine verbesserte Leistung, mit einem 8:0-Lauf und verstärkter Verteidigung gelang es, die Hamburger zu einigen Ballverlusten zu zwingen und den Rückstand auf 62:71 zu verkürzen. Doch das Aufbäumen war zu kurzlebig. Die Towers zeigten ihre Klasse, brachten die Konzentration zurück und kontrollierten das Nord-Derby souverän. Der Rebound-Kampf (38:28 zugunsten Hamburgs) unterstrich die Dominanz der Gäste.

LJ Thorpe glänzte mit 27 Punkten und verpasste knapp seine persönliche Bestmarke. Für Oldenburg war Chris Clemons mit 14 Punkten der beste Werfer, musste jedoch früh im Schlussviertel aufgrund von Fouls aufgeben. Die Pleite gegen Hamburg wirft einen langen Schatten auf die weiteren Ambitionen der EWE Baskets.

Marvin Willoughby, Towers-Boss, hatte bereits nach dem Sieg gegen Bayern betont, dass der Klassenerhalt wohl erst ab zwölf Siegen sicher sei. Devon Daniels, der seit Wochen konstante Leistung bringt, wollte sich am Sonntag gegen die Frankfurt Skyliners konzentrieren: „Wir schauen nur auf das nächste Spiel.“ Die Oldenburger stehen hingegen vor der harten Realität: Die Play-Ins sind in weite Ferne gerückt, und die Frage ist, ob das Team noch einmal die Kurve kriegen kann.