Evenepoel kehrt lüttich–bastogne–lüttich den rücken – roubaix bleibt vorerst ausstehend
Schock in der Radsportwelt: Remco Evenepoel, der zweifache Olympiasieger, wird nicht bei Paris-Roubaix an den Start gehen. Obwohl der Belgier nach seinem starken Auftritt bei der Flandern-Rundfahrt kurzzeitig in Erwägung gezogen hatte, an dem legendären Kopfsteinpflasterklassiker teilzunehmen, hat sein Team, Red Bull-Bora-hansgrohe, ihm die Entscheidung abgenommen und ihn zum Fokus auf Lüttich–Bastogne–Lüttich verpflichtet.

Ein planänderung im letzten moment
Die Nachricht kam unerwartet, denn Evenepoel hatte nach seinem dritten Platz in Flandern angedeutet, dass er sich durchaus vorstellen könne, die Herausforderung von Paris-Roubaix anzunehmen. Doch nun hat Red Bull klar gemacht, dass der Fokus weiterhin auf dem Ardennenklassiker liegt, den Evenepoel bereits 2022 und 2023 für sich entscheiden konnte. Ein Teamsprecher bestätigte gegenüber Sporza: „Remco wird sich wie geplant auf die Ardennen konzentrieren. Paris–Roubaix ist ein Ziel, das wir in den kommenden Jahren gemeinsam in Betracht ziehen können, aber im Moment halten wir an unserem Plan fest.“
Die Entscheidung ist brisant, denn sie wirft Fragen nach der strategischen Ausrichtung des Teams auf. Evenepoel selbst erklärte, er habe „die Tür offen gelassen“, aber andere hätten sie wohl „bereits geschlossen“. Der Zeitfahr-Weltmeister, der seit Beginn des Jahres für Red Bull fährt, scheint sich in eine Rolle zu drängen, die mehr auf die Ardennen zugeschnitten ist, wo er seine Stärken als Bergfahrer optimal einsetzen kann.
Die Faszination für Paris-Roubaix, das Rennen, das Fahrer an ihre Grenzen treibt und Nervenkitzel verspricht, ist ungebrochen. Doch für Evenepoel und sein Team steht im Moment die Jagd nach dem dritten Sieg in Lüttich–Bastogne–Lüttich im Vordergrund. Ob der Belgier in Zukunft doch noch an den Start gehen wird, bleibt abzuwarten. Die Entscheidung des Teams zeigt jedoch, dass die Prioritäten klar gesetzt sind, und die Ardennen für Evenepoel die größere Herausforderung darstellen.
Die Zahl, die am Ende zählt: Evenepoel hat 2022 und 2023 in Lüttich triumphiert – ein Rekord, den er nun verteidigen will. Und das ist, angesichts der Konkurrenz, alles andere als eine leichte Aufgabe.
