Eva lys knickt ein – ausfall in indian wells schockt deutsches tennis
Eva Lys schlägt mit der Faust aufs Knie – und muss doch passen. Die 24-jährige Hamburgerin zog sich gestern Nacht überraschend aus dem WTA-Turnier in Indian Wells zurück. „Harte Entscheidung, vor allem in letzter Minute, aber Gesundheit steht immer an erster Stelle“, schreibt sie auf Instagram. Dahinter steckt dieselbe Knieverletzung, die sie schon beim United Cup in Sydney ausgebremst hatte.
Das knie – ein drama in drei akten
Erst der vorzeitige Abstieg in Melbourne, dann das Aufgeben im Doppel, nun der Rückzertt in der Wüste Kaliforniens. Die Blessur ist hartnäckiger als gedacht. Seit einer Woche probte Lys in Los Angeles Comeback-Szenen, doch der Körper sagt Nein. Ihre Stunde Null rückt in weite Ferne.
Für das Turnier bedeutet das: Deutschlands Frauen sind auf Laura Siegemund, Tatjana Maria und Ella Seidel reduziert – ein Handicap, das selbst optimistische DTB-Statistiker kaum verstecken können. Bei den Männern halten dagegen Alexander Zverev, Daniel Altmaier und Jan-Lennard Struff die Fahne hoch. Start ist heute, Endspiel am 15. März.

Die stunde der wahrheit rückt näher
Lys‘ Karriere verläuft seit zwei Jahren in Wellen – Höhenflüge, Abstürze, Re-Starts. Die nächste Welle muss her, sonst droht der Sprung aus den Top 100. Schon jetzt fehlt ihr Punkte aus dem Vorjahr, und die Gefahr einer nachträglichen Geldstrafe wegen ihrer Melbourne-Pleite schwebt weiterhin über ihr. Die WTA prüft, ob sie gegen Anti-Doping-Auflagen verstoßen hat, weil sie nach ihrer Niederlage rasch das Stadion verließ.
Sie selbst will nach Miami, dem nächsten Masters, wieder angreifen. Ob das Knie mitspielt, entscheidet sich in den kommenden zwei Wochen. Bis dahin bleibt nur das Fitnessstudio in Los Angeles und die Erkenntnis, dass man im Tennis manchmal schneller ist als der eigene Schatten – aber langsamer als das eigene Gelenk.
