Ev zug schlägt zurück: groulx entzaubert das chaos und lässt die stars endlich strahlen
Die Bossard Arena bebte nicht vor Freude, sie bebte vor Erleichterung. Nach 55 Tagen Desaster hat EV Zug sein Playoff-Ticket gelöst – nicht mit Glanz, sondern mit blanker Notwendigkeit. Die 6:4 gegen Rapperswil war kein Kunststück, es war eine Befreiung.
Groulx brachte nicht nur taktik, er brachte schweiß und schweigen
Michael Liniger musste gehen, weil seine Stars nicht mehr für ihn liefen. Benoit Groulx kam und stellte innerhalb von 48 Stunden das System auf Null. Kein Spieler durfte mehr mit dem Puck straftrainieren – ein Affront, der die Kabine wachrüttelte. „Wir wollten ein Fundament, auf das sich die Jungs verlassen können“, sagt Groulx nach dem Sieg. Klingt simpel. War es nicht.
Denn die Wahrheit steckt in der Statistik: Seit Groulx das Zepter übernahm, kassierte Zug nur noch 2,1 Gegentore pro Partie – vorher waren es 3,4. Leonardo Genoni sah plötzlich wieder wie ein Schlussmann aus, nicht wie ein Statist. Und Tomas Tatar? Der Slowake jagte in den letzten drei Spielen fünf Scorerpunkte, nachdem er zuvor 13 Partien auf einen einzigen Assist kam. „Tuna war phänomenal“, sagt Groulx. Kein Superlativ, eine Diagnose.

Jan kovar und dominik kubalik: vom absturz zum auftritt
Die beiden Hochkaräter waren unter Liniger verschwunden – nicht körperlich, mental. Kovar ging in der Januar-Krise komplett unter, Kubalik traf 26 Spiele lang nicht. Unter Groulx erzielten sie gemeinsam acht Punkte in den letzten fünf Hauptrunden-Spielen. Die Erklärung liegt in der Video-Kabine: Groulx schnitt jeden einzelnen Fehler heraus, zeigte ihn dem Spieler persönlich, schaltete den Ton ab und ließ die Bilder sprechen. „Er sagt nicht viel, aber wenn er spricht, zuckt jeder zusammen“, verrät ein Betreuer.
Die Konkurrenz hat gewarnt bekommen, was auf sie zukommt. Gegen Davos oder Fribourg – das Viertelfinal-Duell steht noch offen – wird Zug nicht nur defensiv stehen. Groulx hat seine Offensiv-Drills in den letzten Tagen verlängert, die Vorstöße der Verteidiger angeordnet, die Center tiefer in die Zone geschickt. Das 6:4 war erst der Anfang.
Die Bossard Arena ist wieder laut. Nicht wegen der Musik, sondern wegen des Glaubens. Wer im Januar noch auf einen Zug-Sieg gewettet hätte, galt als verrückt. Heute würde niemand mehr sagen, dass das Team kein Playoff-Team sei. Groulx hat das Blut geleckt – und es schmeckt nach mehr.
