Ev zug frauen schreiben geschichte: erster meistertitel nach showdown gegen bern

Die Wartezeit ist vorbei. Nach dem verpatzten Finale im Vorjahr haben die Frauen des EV Zug ihre Mission erfüllt und krönen eine dominante Saison mit dem ersten Meistertitel der Klubgeschichte. Der 6:3-Sieg im dritten Finalspiel gegen den SC Bern vor ausverkaufter Halle in Zug war mehr als ein Spiel – es war die Demonstration der neuen Macht im Schweizer Fraueneishockey.

Die OYM Arena bebte. 2.400 Zuschauer verwandelten sich in eine einzige, laute Welle aus Rot und Weiß. Schon nach 14 Minuten lag Ivana Wey das erste Tor auf, bis zur ersten Pause hatte sie bereits einen Hattrick auf dem Konto. Drei Tore, drei Nadelstiche – und die Botschaft war klar: Dieser Titel sollte kein Zufall bleiben.

Daniela diaz: die frau, die zug aufstellte

Daniela diaz: die frau, die zug aufstellte

Trainerin Daniela Diaz hatte ihre Mannschaft mental auf diesen Moment vorbereitet. Als Bern Mitte des zweiten Drittels auf 3:5 herankam, nahm sie das Time-out, das den Lauf der Bernerinnen stoppte. Ihre Spielerinnen antworteten mit dem 5:2 durch Alina Marti – ein Musterbeispiel für die Effizienz, die diese Saison prägte.

Die Zahlen sprechen für sich: In der regulären Saison holte Zug 78 von 84 möglichen Punkten, das Torverhältnis lag bei +118. Im Halbfinale gegen Fribourg gab es keinen einzigen Satzverlust. Und im Finale ließ das Team nur einmal in drei Spielen mehr als zwei Tore zu.

Doch hinter den Statistiken steckt eine Geschichte über Entwicklung. Viele der aktuellen Meisterinnen kamen aus der eigenen Jugend, wurden gefördert und gefordert. Der EV Zug hat in den vergangenen Jahren konsequent in Infrastruktur und Nachwuchs investiert – und jetzt erntet der Klub die Früchte.

Die Spielerinnen selbst wirkten nach dem Schlusspfiff fast ein wenig erlöst. Ivana Wey, die mit fünf Toren in der Finalserie zur MVP wurde, sagte mit Tränen in den Augen: „Wir haben hart dafür gearbeitet. Dieser Moment ist unbeschreiblich.“ Kapitänin Sara Benz hob die mentale Stärke hervor: „Wir haben gelernt, mit Druck umzugehen. Heute haben wir gezeigt, wer die bessere Mannschaft ist.“

Mit dem Titel gewinnt Zug nicht nur Pokale und Medienresonanz. Der Klub sichert sich auch die Teilnahme am nächsten Champions Cup – und damit die Chance, sich erstmals auf europäischer Bühne zu beweisen. Die Reise hat gerade erst begonnen.