Rohrer und carrick fliegen – luganos sportchef empört über straf-willkür
40 Minuten Eishockey reichten nicht, um die Emotionen zu zügeln. Sekunden vor der zweiten Sirene im Hallenstadion rissen Vinzenz Rohrer und Connor Carrick die Faustkämpfe aus den Handschuhen – blutende Stirn, Disziplinarstrafe, Chaos in der Kabinengasse.

Steinmann attackiert schiedsrichter: „hände waren drin!“
Jannik Steinmann, Sportchef der Bianconeri, sprintete direkt ins TV-Interview. Sein Vorwurf: Die Offiziellen hätten nicht geprüft, ob die Handschuhe abgestreift wurden – eine klare Voraussetzung für Spieldauerstrafen nach Regel 46. „Wir bekommen Bilder geliefert, Carrick trägt noch seine Shell, Rohrer ebenso. Die Jury entscheidet trotzdem gegen uns. Das ist Willkür“, schäumte Steinmann gegenüber MySports.
Die Zahlen untermauern seine Wut: In den letzten fünf Saisonspielen zwischen Lugano und Zürich fielen 94 Strafminuten – durchschnittlich 18,8 pro Partie. Die Liga-Spitze schickte umgehend eine Erklärung: „Die Strafe basiert auf dem unmittelbaren Kampf, nicht auf der Ausrüstung“, heißt es in einer knappen Stellungnahme.
Die Folgen sind konkret. Beide Teams verlieren wichtige Defensivkräfte: Rohrer zählt zu Luganos Top-6-Forwards, Carrick ist mit 21 Minuten Average-Ice-Time Fels in der Box-Play-Formation der Lions. Für das morgige Match gegen Bern fehlt dem ZSC damit ein Schlüsselspieler, der 63 % seiner Bullys in der neutralen Zone gewinnt.
Und der Fan-Kracher? Auf dem Weg zur Kabine platzte Luganos Anton Thürkauf heraus, konfrontierte einen Zürcher Dauerkarteninhaber, der ihn mit „Schwalbenkönig“ beschimpft hatte. Security musste dazwischengehen – die Videos zirkulieren bereits auf den üblichen Kanälen.
Die Serie steht 2:1 für die Lions, doch die Stimmung kocht. Spiel 4 steigt am Dienstag in der Resega – mit zwei Rängen voller verärgerte Tessiner und ohne Rohrer sowie Carrick. Die Liga hat angekündigt, die Szenen noch einmal zu prüfen. Für Steinmann kommt das zu spät: „Punkte holt man auf dem Eis, nicht im Nachgang.“
