Littler zerlegt three lions: 180 gegen uruguay-brecher

Luke Littler trat im St. George’s Park nur zum Spaß an, ging mit einem England-Trikot und einem Grinsen nach Hause, das die Defensive von Uruguay am Freitag vermutlich auch so kennenlernen wird. Der 19-jährige PDC-Weltmeister ließ Phil Foden & Co. keine Chance, sein erstes internes Turnier in Burton upon Trent zu gewinnen – und das mit Pfeilen, die schneller flogen als Declan Rices Pressing.

Die nummer 180 ist jetzt offiziell: fußball lebt von darts-genen

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Die Three Lions hatten sich extra eine Sonderanfertigung einfallen lassen: eine Dartscheibe mit dem Wappenköder in der Mitte. Littler unterschrieb prompt die Bull’s-Eye-Zone und schickte das Geschenk zurück in die Kabine. „Bisher hat mir noch keiner der Jungs richtig Paroli geboten“, postete er später – ein Satz, der Gareth Southgate in seinen taktischen Notizen vermutlich rot anstreichen wird.

Die FA ließ sich das PR-Spektakel nicht nehmen. Kameras liefen, während Jude Bellingham die Doppel-20 anvisierte und stattdessen die Bande traf. Kapitän Harry Kane traf konstant die T20 – allerdings nur auf dem Smartboard, nicht auf der Sisal-Faser. Die Statistik am Ende: 16 Legs, 16 Siege für „The Nuke“, Durchschnitt von 102,34. Selbst in der Premier League wäre das ein Play-off-Platz.

Zum Abschlag gab es ein englisches Trikot mit der 180 auf dem Rücken und Unterschriften, die bei Auktionen schnell fünfstellig springen würden. Littler: „Ein toller Tag, der Sommer kann kommen.“ Gemeint ist sein Gig in Berlin am Donnerstag, wenn er in der Mercedes-Benz Arena auftritt – nur zwei Tage, nachdem England gegen Uruguay die WM-Generalprobe bestreitet. Die Reiseplanung steht, der Jetlag wird ausfallen: Gleiches Land, gleiche Mission, andere Arena.

Die Ironie: Während die FA um jeden Prozentpunkt Schussgenauigkeit wirbt, feierte sie einen Gast, der mit 0,1 Sekunden Reaktionszeit punk-tet. Southgate analysiert gerne Cross-Pass-Kurven – vielleicht sollte er künftig auch Flugkurven von 26 Gramm Tungsten studieren. Denn wenn der Ball im Sommer nicht ins Tor will, hilft vielleicht ein Pfeilwurf aus der zweiten Reihe.

Littler fliegt nach Deutschland, die Three Lions nach dem Uruguay-Spiel nach London. Beide wissen: Im Juli zählt nur das Finale. Für ihn steht es in Berlin, für sie vielleicht in Rom. Wer zuerst trifft, entscheidet das Turnier – ob mit Fußballschuh oder Dartpfeil.