Euroleague kündigt radikale us-style-revolution an: franchise-modell startet 2025
Die EuroLeague schlägt ein neues Kapitel auf – und das mit amerikanischer Handschrift. Nach der gestrigen Shareholder-Versammlung in Barcelona steht fest: Ab Saison 2025/26 wird Europas Elite-Wettbewerb zum Franchise-System umgebaut, weg von den bisherigen Zehn-Jahres-Lizenzen, hin zu dauerhaften Beteiligungen. Der 3,2 Milliarden Dollar schwere Marktwert soll innerhalb von zwölf Monaten um 25 Prozent klettern – ein Wertzuwachs, der allein durch die neue Struktur entstehen soll.
Die neue euroleague-formel: 65 % der tv-kohle bleibt daheim
Bisher flossen die Fernsehgelder in einen gemeinsamen Topf, künftig behält jeder Klub 65 Prozent der Einnahmen aus seinem Heimatmarkt. Die restlichen 35 Prozent werden gleichmäßig auf alle 20 Teilnehmer verteilt. Bei den übrigen kommerziellen Erlösen sieht es ähnlich aus: 75 Prozent wandern in den Kollektiv-Pool, 25 Prozent erhalten zusätzlich die A-Lizenz-Inhaber – also Klubs wie Bayern München, der seit Jahren Shareholder-Stimmen besitzt.
Die Botschaft ist klar: Die EuroLeague will Stabilität, will Investoren aus dem Silicon Valley und aus dem Nahen Osten anlocken, will wie die NBA funktionieren. Kein Abstieg mehr, keine jährliche Lizenz-Poker-Runde, sondern ein geschlossener Club, der seine Marke langfristig aufbaut.

Keine expansion 2025/26 – aber zehn klubs klopfen schon an
Trotz aller Expansion-Gerüchte bleibt es vorerst bei 20 Teams und 38 Spieltagen. Doch der Druck wächst. Ligen-CEO Dejan Bodiroga bestätigte, dass bereits zehn potentielle Bewerber „Interesse signalisiert“ haben. Namen nannte er nicht, Insider tippen auf London, Paris und einen zweiten deutschen Standort neben München. Die erste Bewerbungsrunde startet im Juli, entschieden wird im Herbst.
Wer dabei sein will, muss nicht nur sportlich überzeugen, sondern auch wirtschaftlich. Ein Franchise-Paket soll laut Verbandskreise zwischen 80 und 120 Millionen Euro kosten – plus Nachweis einer solventen Arena und eines nachhaltigen Nachwuchsprogramms.

Eurocup wird zur reinen wildcard-bühne
Während die EuroLeague sich versiegelt, öffnet der EuroCup die Schleusen: Mindestens zehn Startplätze sollen künftig über sportliche Qualifikation vergeben werden, ohne Lizenz-Hürde. Die Detailregeln stehen noch aus, klar ist aber: Der zweite Wettbewerb wird zur Sprungbrett-Liga, von der sich ambitionierte Klubs wie ratiopharm Ulm oder Bamberg in die Königsklasse spielen können – sofern sie sich die Franchise-Gebühr leisten.
Die EuroLeage ebnet damit den Weg für ein geschlossenes Ökosystem: oben die geschützten Marken, unten der offene Kampf um den Aufstieg. Ob Fans und traditionelle Ligen mitspielen, wird sich zeigen. Die Zahlen sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache: 25 Prozent mehr Marktwert in zwölf Monaten – wer da noch zögert, verliert.
